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Übersicht Lawinenereignisse Winter 2004/2005

Übersicht Lawinenereignisse Winter 2004/2005

Nachstehende Beschreibungen resultieren aus Erhebungen des Lawinenwarndienstes, der Gendarmerie und des Österreichischen Bergrettungsdienstes. Bei ausgewählten Ereignissen finden sich auch detailiertere Informationen und Bilder.

13. April 2005, Lawinenereignis „Sacktobel“, Bereich Albona / Stuben a. Arlberg:
Eine dreiköpfige Schifahrergruppe fuhr vom Albonagrat Richtung Stuben ab. Im Bereich des „Sacktobels“ löste einer der einzeln einfahrenden Schifahrer ein ca. 20 m breites Schneebrett aus. Er wurde etwa 100 m mitgerissen, aber nicht verschüttet. Er blieb unverletzt und konnte selbständig ins Tal abfahren. Die alarmierten Rettungskräfte kamen nicht mehr zum Einsatz.

Quelle: Gendarmerieposten Klösterle, Insp. Klee und Scherer

17. März 2005, Lawinenereignis Breitenalper Kopf / Gemeinde Schoppernau:
Ein Schifahrer stieg zu Fuss mit seinen Alpinschiern aus dem Schigebiet über den Südwestgrat auf den Breitenalper Kopf. Bei der Einfahrt in den sehr steilen Nordhang löste er nach zwei Schwüngen ein Schneebrett aus. Er wurde mitgerissen und blieb an der Oberfläche liegen. Er konnte sich selbst befreien und trug eine Beinverletzung davon.

Quelle: Gendarmerieposten Au, RevInsp Bachlinger Franz;
Erhebungen des Lawinenwarndienstes

16. März 2005, Lawinenereignis Bereich Walmedingerhorn / Gemeinde Mittelberg:
Gegen 19.30 Uhr stellte ein Pistenraupenfahrer im Bereich der „Bühlabfahrt“ ein über die ab den Mittagsstunden bereits gesperrte Piste abgegangenes Schneebrett fest. Dabei kam im Lawinenkegel ein einzelner Schi zum Vorschein. Da zu befürchten war, dass sich ein Schifahrer unter der Lawine befinden könnte, wurden sofort die Einsatzkräfte alarmiert. Bei der Begutachtung des Schis wurde festgestellt, dass der Schi im Kantenbereich Rostansätze aufwies. Hinzugezogene Schifachleute kamen zu dem Entschluss, dass mit dem aufgefundenen Schi zumindest am heutigen Tage nicht gefahren worden sein kann. Weitere Erhebungen der Gendarmerie ergaben, dass ein Hausbewohner vor ca. einer Woche bereits einen Schifahrer wahrnehmen konnte, der nur mit einem Schi über die Schipiste und anschließend über einen Fußweg in Richtung Mittelberg ging. Ungeachtet der durchgeführten Erhebungen wurde die Suchaktion fortgesetzt. Um 21.10 Uhr wurde der Einsatz beendet. Auf Grund der Erhebungen und der durchgeführten Suche konnte ausgeschlossen werden, dass Personen verschüttet wurden.

15. März 2005, Lawinenunfall Warther Horn / Gemeinde Lech:
Ein deutscher Urlauber stieg nach einem Schitag im Schigebiet Warth bei Sonnenschein und guter Sicht gegen 17.00 Uhr alleine von der Bergstation der Wartherhornbahn in Richtung Warther Horn auf. Beim Queren des Gipfelhanges löste er vermutlich selbst ein Schneebrett aus, wurde mitgerissen und ganz verschüttet. Der Tourengeher wurde von seiner Frau gegen 20.15 Uhr als vermisst gemeldet. Die eingeleitete Suchaktion wurde in der Nacht abgebrochen. Am nächsten Morgen konnten vom Hubschrauber des BMI aus im Nahbereich eines Lawinenkegels Signale eines LVS-Gerätes empfangen und ein herausragenden Schi gesichtet werden. Der Verschüttete konnte daraufin nur noch tot geborgen werden.

Quelle: Gendarmerie Au/Aussenstelle Warth, Insp Pfefferkorn und Christoph Felder, AEG

15. März 2005, Lawinenereignis Talabfahrt Valiserabahn / Gde. St. Gallenkirch:
Gegen 15.00 Uhr wurde der zur Talabfahrt gehörende Ziehweg durch einen Nassschneerutsch verlegt. Die bachseitige Leitwand wurde dabei zerstört. Personen wurden nicht verschüttet. Trotzdem erfolgte eine Sicherhetssuche.

13. März 2005, Lawinenereignis Klausberg / Gemeinde Schwarzenberg:
Vier Schifahrer lösten im Bereich „Klausberg" ein Schneebrett aus. Dieses verschüttete den darunterliegenden Winterwanderweg. Nachdem nicht eindeutig feststand, dass womöglich jemand verschüttet wurde erfolgte eine Sicherheitssuche. Insgesamt 50 Personen der ÖBRD Bezau und Dornbirn, 5 Lawinenhundeführer , 2 Alpingendarmen, sowie die Hubschrauber des OEAMTC und BMI befanden sich im Einsatz. Um 21.30 Uhr konnte der Einsatz beendet werden.

Quelle: Gendarmerieposten Egg, Ch. Felder; Bürgermeister Armin Berchthold, Gde. Schwarzenberg; Erhebungen des Lawinenwarndienstes

13. März 2005, Lawinenereignis Freier Schiraum „Osthang“ Karhorn / Gde. Warth:
Ein Schifahrer stieg zu Fuss mit seinen Alpinschiern von der Bergstation der Karhornbahn ca. 50 m auf und fuhr anschliessend in den steilen Nordost-Osthang, welcher sich zwischen Bergstation Karhornbahn und Pistenkreuzung 17/19 befindet, über eine Geländekante ein. Als er sich bereits im Hang befand, löste er ein Schneebrett aus. Er wurde mitgerissen, blieb jedoch nach Stillstand der Lawine glücklicherweise an der Oberfläche und blieb unverletzt.

Quelle: Gendarmerieposten Au - Aussenstelle Warth

12. März 2005, Lawinenunfall „Gapfohler Falben" / Gde. Laterns:
Zwei Vorarlberger unternahmen gemeinsam eine Schitour zum „Gapfohler Falben“. Sie vereinbarten, dass sie einzeln über den Steilhang Richtung Garnitzatal abfahren werden. Bei der Einfahrt löste der Erste gegen 12.45 Uhr ein ca. 100 m breites Schneebrett aus. Er wurde mitgerissen und ca. 2 m tief verschüttet. Trotz rascher Ortung konnte er von den Rettungsmannschaften nur noch tot geborgen werden.

Quelle: Jürgen Schnetzer, Gendarmerie Rankweil; Christoph Felder (AEG Dornbirn); ÖBRD Ortsstelle Rankweil; Erhebungen des Lawinenwarndienstes

11. März 2005, Lawinenunfall „Albonagrat" / Stuben a. A:
Zwei Profi-Snowboarder stiegen für Filmaufnahmen über die Ostflanke zum Albonagrat auf. Als die beiden annähernd den höchsten Punkt der Flanke erreicht hatten, fuhr ein Schifahrer knapp über den beiden Boardern in die Flanke ein und  löste ein Schneebrett aus. Dieses riss die beiden Snowboarder etwa 80 m bis auf die darunterliegende Piste mit. Sie wurden nur teilweise verschüttet und konnten sich selbst bzw unter Mithilfe ihrer Kollegen aus den Schneemassen befreien. Einer der Snowboarder zog sich mittelschwere Verletzungen zu, fuhr aber selbständig ins Tal ab.

Quelle: GrInsp. Willi Küng, Gendarmerieposten Klösterle

6. März 2005, Lawinenunfall „Tristenkopf“ Schetteregg / Gemeinde Egg:
Zwei Schitourengeher wollten von Norden auf den Tristenkopf. Sie stiegen auf dem teilweise bewaldeten Geländerücken auf. Etwa 500 m oberhalb der Bergstation des Sesselliftes querte der Vorausgehende nach Westen in eine Schneise, um darin den Anstieg fortzusetzen. Dabei löste er gegen 15.00 Uhr in einem Steilhang ein Schneebrett aus und wurde mitgerissen. Er wurde teilverschüttet und erlitt eine schwere Oberschenkelverletzung. Die Hubschrauber „C 8“ und „Libelle“ konnten wegen Nebels nicht zur Unfallstelle aufsteigen. Der Verletzte wurde per Akja zur Talstation des Sesselliftes gebracht und von dort ins LKH Feldkirch geflogen.

Quelle: Gendarmerieposten Egg; Lawinenkommission Egg

14. Februar 2005, Lawinenunfall "Kriegerhorn Süd", Gde. Lech a. A.:
Drei Schilehrer fuhrengegen 16.20 Uhr unterhalb des Kriegerhorns in einen unverspurten Steilhang ein. Als der Dritte den sehr steilen Südhang querte, löste sich in diesem Bereich eine Lawine. Der erste konnte noch rechtzeitig oberhalb einer Lawinenverbauung ausfahren und die anderen zwei wurden von der Lawine mitgerissen. Einer wurde ganz verschüttet, konnte sich jedoch selbst aus der Lawine befreien. Er wurde leicht verletzt. Der Schwerverletzte wurde an die Verbauung gedrückt und dabei schwer verletzt. Er wurde vom Hubschrauber "Gallus 1" geborgen. Da die Lawine auf die Schiroute 40, Kriegerhorn Südhang, abging erfolgte eine Sicherheitssuche. Weitere Angaben im Detailbericht.
Quelle: Gendarmerieposten Lech; Bergrettungsdienst - Markus Amann, Lech

27. Jänner 2005, Lawinenunfall "Hintere Hasenfluh"; Zürs / Gde. Lech a. A.:
Zwei erfahrene Schilehrer der Schischule Zürs beabsichtigten die Lawinensituation zu erkunden und dazu im freien Gelände eine Schneedeckenuntersuchung durchzuführen. Sie fuhren dabei gegen 16.00 Uhr auf der üblichen Route vom "Muggengrat" zur "Hinteren Hasenfluh" und querten - etwas höher als die bereits vorhandene Einfahrtsspur - in den sehr steilen, im unteren Teil bereits verspurten Nordosthang. Plötzlich bildeten sich an mehreren Stellen Risse und es löste sich ein recht grosses Schneebrett. Weitere Angaben und Bilder siehe Detailbericht.

Quelle: Gendarmerie Lech, Insp. Margreitter Helmut; Alpingendarmerie, Erhebungen des Lawinenwarndienstes vor Ort, Angaben der Betroffenen

22. Jänner 2005, Lawinenunfall "Spielmannkopf"; Freier Schiraum im Nahbereich des Schigebietes Gargellen / Gemeinde St. Gallenkirch:
Fünf Snowboarder verließen gegen 16.00 Uhr die gesicherte Piste und fuhren im freien Gelände Richtung Gargellner Alpe ab. Sie folgten dabei bereits vorhandenen Spuren.
Während sie sich bereits im unteren Teil der Abfahrt befanden, löste sich oberhalb - vermutlich durch andere einfahrende Schifahrer - ein Schneebrett. Die Snowboarder wurden alle mitgerissen. Zwei Personen wurden dabei ganz verschüttet, die anderen drei Personen teilverschüttet. Keiner der Verschütteten trug ein LVS-Gerät bei sich.
Nach Alarmierung der Rettungskräfte durch Zeugen des Lawinenabgangs wurde eine Suchaktion gestartet. Eine ganz verschüttete Person wurde durch einen Pistenretter der Schafbergbahnen geortet und sodann aus den Schneemassen befreit. Er wurde verletzt in das Krankenhaus Bludenz eingeliefert. Die weiteren drei Teilverschütteten konnten sich selbst befreien. Von diesen wurde dabei nur eine Person leicht verletzt. Einer der Snowboarder konnte vom Lawinenhund aufgespürt und nur noch tot geborgen werden. An der großen Such- und Bergungsaktion waren zwei Hubschrauber, Lawinenhunde und rund 80 Helfer des Österr. Bergrettungsdienstes, der Schafbergbahnen Gargellen und Freiwillige beteiligt.
Quelle: Gendarmerie, Mitarbeiter Schafbergbahnen, Erhebungen des Lawinenwarndienstes

5. Jänner 2005, "Zuger Hochlicht" – Variantenabfahrt Steinmähder / Lech:
Ein Snowboarder querte gegen 13.00 Uhr mit seiner Begleiterin von der Bergstation der Steinmähderbahn Richtung Südwesten. Nach etwa 100 m Fahrstrecke löste sich im freien Schigelände auf ca. 2200 m ca. 60 m oberhalb des Abfahrenden, ein ca. 50 m breites Schneebrett (felsdurchsetztes Steilgelände / über 40 Grad Neigung). Der Snowboarder wurde ca. 220 m mitgerissen und ganz verschüttet. Ein anderer Snowboarder, welcher zufällig in der Nähe war konnte den Verschütteten nach kurzer Zeit auf Grund eines herausragenden Armes ausgraben. Der Verschüttete blieb unverletzt und alle setzten danach ihre Abfahrt fort. Die alarmierten Rettungskräfte kamen somit nicht mehr zum Einsatz.

Quelle: Gendarmerieposten Lech

5. Jänner 2005, Pazüeltal, Trittkopf – Nordosthang / Lech – Zürs:
Ein Diplomschilehrer fuhr um ca. 11.40 Uhr mit weiteren acht Gruppenmitgliedern vom Vallugagipfel über die Nordseite Richtung Pazüeltal ab. Anschliessend querten sie auf die linke Talseite zum Nordosthang des Trittkopfes. Auf einer Kuppe sammelten sich die Schifahrer. Der Schilehrer fuhr alleine weiter und löste nach einigen Schwüngen im ca. 35 Grad steilen Hang ein ca. 30 m breites Schneebrett aus (ca. 2200 m Seehöhe). Er wurde dadurch ca. 200 m mitgerissen und ganz verschüttet. Die wartenden Gruppenmitglieder fuhren sofort in der Lawinenbahn ab und begannen mit der Oberflächensuche. Auf Grund eines Rucksackriemens wurde der Verschüttete rasch geortet und geborgen. Er blieb unverletzt und hatte lediglich seine Schier und einen Schistock verloren.

Quelle: Gendarmerieposten Lech

4. Jänner 2005, Gehrenspitze 1857 m, Mittelberg / Kleinwalsertal:
Vier Personen fuhren von der Bergstation der Kanzelwandbahn auf dem Grat in Richtung Gehrenspitze und dort auf dem Osthang in Richtung "Riezler Alpe" ab. Um etwa 12.30 Uhr löste sich unter der Gratwächte auf ca. 1750 m Seehöhe ein ca. 20 m breites Schneebrett mit einer Anrisshöhe von ca. 1 m. Ein Schifahrer wurde vom Schneebrett mitgerissen. Beim Stillstand des Schneebrettes kam er an der Oberfläche zum Liegen. Durch das Schneebrett zog er sich jedoch einen Unterschenkelbruch zu. Die drei anderen Schifahrer blieben unverletzt. Lt. Auskunft der Erhebungspersonen betrug die Gesamtlänge der Lawine etwa 300 bis 400 m. Der Verletzte wurde in das Krankenhaus Oberstorf geflogen.

Quelle: Gendarmerieposten Kleinwalsertal

4. Jänner 2005, "Auenfeldmulde" Variantenbereich Schigebiet Warth – Schröcken / Gemeindegebiet Lech:
Ein Schifahrer folgte um etwa 14.20 Uhr einer Schispur und löste dabei auf ca. 1960 m Seehöhe in einem steilen Südwesthang (ca. 35 Grad) ein Schneebrett (Anrisshöhe ca. 120 cm, Anrissbreite ca. 15 m, Gesamtlänge ca. 170 m) aus. Er wurde mitgerissen, kurzzeitig ganz verschüttet und kam dann nach etwa 20 m wieder an die Oberfläche. Er blieb unverletzt und begann sofort nach seinen beim Lawinenabgang verlorenen Ausrüstungsgegenständen zu suchen. Der Lawinenabgang wurde beobachtet und an die Betriebsleitung der Schilifte Schröcken gemeldet. Nachdem nicht sicher war ob weitere Personen betroffen waren erfolgte eine planmässige Suchaktion. Es waren drei Lawinenhunde, insgesamt 44 Personen der Bergrettungsortsstellen Schröcken, Schoppernau und Warth sowie der Pistenrettung, Alpingendarmerie und weitere freiwillige Helfer im Einsatz. Zudem waren der Hubschrauber des BMI und der NAH "Gallus 1" vor Ort. Die Suche wurde um ca. 16.30 Uhr eingestellt, da ein Augenzeuge bestätigen konnte, dass lediglich eine Person vom Lawinenabgang betroffen war.

Quelle: Bergrettung Schröcken, Gendarmerieposten Au / Aussenstelle Warth

1. Jänner 2005, "Westliche Schindlerhänge" / Klösterle:
Zwei Schifahrer lösten um ca. 15.00 Uhr bei einer Abfahrt im freien Schigelände der "westlichen Schindlerhänge" auf ca. 2450 m ein Schneebrett aus. Einer der beiden wurde mitgerissen und bis auf Hüfthöhe verschüttet. Er konnte sich selbst befreien und blieb unverletzt. Zwei Augenzeugen veranlassten einen Rettungseinsatz. Dieser konnte jedoch rasch abgebrochen werden.

Quelle: Gendarmerieposten Klösterle

31. Dezember 2004, "Valfagehrhänge" unterhalb Pazüelfernerspitze / Klösterle:
Drei Personen querten gegen 13.00 Uhr mit Schiern vom Valfagehrjoch die steilen Südhänge bis unterhalb der Pazüelfernerspitze. Bei der weiteren Abfahrt löste sich auf ca. 2500 m Seehöhe hinter dem Ersten ein Schneebrett. Er konnte ausfahren und wurde nicht verschüttet. Eine weitere Person aus dieser Gruppe, welche jedoch auf der gesicherten Piste blieb, hatte von dort aus den Lawinenabgang beobachtet. Sie konnte jedoch geländebedingt nicht sehen, dass niemand mitgerissen wurde. Somit wurde die Pistenrettung alarmiert. Der Einsatz konnte jedoch bald abgebrochen werden. Keiner der Beteiligten wurde verletzt.

Quelle: Gendarmerieposten Klösterle

31. Dezember 2004, Schwarzköpfle Variantenbereich Silvretta Nova, St. Gallenkirch:
Drei Variantenfahrer lösten gegen 13.50 Uhr im Nahbereich der Piste 20 auf ca. 1900 m Seehöhe in einem sehr steilen Nordhang ein Schneebrett aus (Anrisshöhe ca. 40-50 cm). Es wurde jedoch keiner mitgerissen. Ein Schi ging verloren und wurde gesucht. Dies wurde beobachtet und folglich wurde der Pistenrettungsdienst alarmiert. Der Einsatz konnte jedoch rasch abgebrochen werden, da glücklicherweise Niemand verschüttet wurde.

Quelle: Klaus Mattle, Sicherheitsbeauftragter Silvretta Nova AG

25. Dezember 2004, Lawinenunfall Alpilaalpe / Tschagguns:
Ein Ehepaar war von Grabs bzw. Hochegga auf dem Ziehweg Richtung Alpilaalpe unterwegs. Als die Schitourengeher im Bereich der Alpe in den dort sehr steilen (42 Grad) nach Nordwesten exponierten Hang spurten, lösten sie ein ca. 16 m breites Schneebrett aus und beide wurden mitgerissen. Die Frau wurde dabei teilweise, der Mann ganz verschüttet. Nachdem sich die Frau aus den Schneemassen befreien und vor Ort keine unmittelbare Hilfe leisten konnte (beide hatten ein LVS-Gerät bei sich, das sie aber nicht eingeschaltet im Rucksack hatten) eilte sie nach Grabs um Hilfe zu holen. Nach dem Eintreffen der Rettungskräfte konnte der Verschüttete rasch geborgen werden. Er war ca. 50 Minuten lang und ca. 1 m tief unter den Schneemassen. Mit starker Unterkühlung und Beinbrüchen wurde er per Helikopter am Bergetau ins Tal und sodann ins LKH Feldkirch gebracht.

Quelle: Roland Mattle AEG Bludenz, ÖBRD Ortsstelle Schruns - Tschagguns

20. Dezember 2004, Lawinenunfall Rotschrofen / Lech:
Ca. gegen 14.00 Uhr verliessen vier Urlauber (je zwei Männer und Frauen) aus Lech die markierte Piste im Nahbereich des Rotschrofenliftes um eine Abfahrt im freien Schiraum zu machen. Sie folgten bereits vorhandenen Abfahrtsspuren und hielten vor der Einfahrt in den steilen Nordosthang nochmals an. Um teilweise eigene Spuren in den Schnee legen zu können, fuhren zuerst die zwei Männer einzeln im unverspurten Bereich bis in etwa Hangmitte ab. Dort warteten sie und die erste Frau folgte. Während diese abfuhr, kam es zur Auslösung des Schneebrettes und alle drei Personen wurden mitgerissen und ganz verschüttet. Die im Einfahrtsbereich wartende Frau berichtete einem herbei fahrenden Schifahrer, dass die drei Personen verschüttet wurden und dieser alarmierte per Handy die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle.
Da seit ca. 13.30 Uhr bereits in der Nähe eine Suchaktion stattfand, waren die Rettungskräfte relativ rasch am Unfallort. Obwohl keiner der Verschütteten ein LVS-Gerät bei sich trug, wurde eine Person relativ rasch geborgen. Die Reanimationsbemühungen blieben jedoch erfolglos. Die zwei anderen Verschütteten wurden nach der Bergung nach Innsbruck bzw. Feldkirch geflogen. Der Mann verstarb noch am Nachmittag des Unfalltages. Die Frau verstarb am 21.12.2004 im LKH Feldkirch.

Quelle: Gendarmerie Lech und Erhebungen des Lawinenwarndienstes

20. Dezember 2004, Lawinenunfall Schwarzköpfle / St. Gallenkirch:
Zwei Mitarbeiter der Silvretta Nova AG führten im Schigebiet Silvretta Nova Erkundungen zur aktuellen Lawinensituation durch. Gegen 11.00 Uhr fuhren sie mit Schiern im Bereich der Bergstation des Madrisella-Liftes (Schwarzköpfle) in den sehr steilen (42 Grad) Nordhang ein. Dabei löste der Vorausfahrende auf ca. 2050 m Seehöhe ein ca. 40 m breites Schneebrett aus und wurde ca. 50 m mitgerissen und ganz verschüttet.
Nachdem beide keine LVS-Geräte mit sich trugen, alarmierte der Arbeitskollege des Verschütteten die Rettungskräfte. Diese konnten den Verschütteten sodann lebend bergen. Er war über eine halbe Stunde ca. 1-1,5 m tief verschüttet und wurde sofort ins Landeskrankenhaus Feldkirch geflogen. Dort wurden lediglich einige Prellungen und starke Unterkühlung diagnostiziert.

Quelle: Gendarmerie Gaschurn und Erhebungen des  Lawinenwarndienstes

20. Dezember 2004, Lawinenereignis Bereich Rotschrofen / Lech:
Gegen 13.30 Uhr wurde ein Lawinenabgang im Bereich Rotschrofen (freies Schigelände: Seehöhe ca. 1950 m, ESE-Hang) gemeldet. Nachdem vorerst nicht klar war, ob dadurch Personen betroffen waren, erfolgte eine Suchaktion. Glücklicherweise wurden keine Personen verschüttet.

Quelle: Gendarmerieposten Lech; Lokalaugenschein LWD

19. Dezember 2004, Lawinenereignis Zürs / Gemeinde Lech:
Ein "Bergsteiger" stieg zu Fuß gegen 15.40 Uhr unmittelbar hinter der Ortschaft Zürs über einen zunehmend steiler werdenden Osthang (33 bis 45 Grad) zu den darüber liegenden Felsen (ca. 1800 m Seehöhe) auf. Dabei löste er ein ca. 25 m breites und ca. 60 m langes Schneebrett aus. Er wurde mitgerissen und teilverschüttet. Er konnte sich selbst befreien und blieb unverletzt.

Quelle: Gendarmerie Lech