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Übersicht Lawinenereignisse Winter 2003/2004

Übersicht Lawinenereignisse Winter 2003/2004

Tabellarische Kurzübersicht (siehe Anhang)

Nachstehende Beschreibungen resultieren aus Erhebungen des Lawinenwarndienstes, der Gendarmerie und des Österreichischen Bergrettungsdienstes. Bei ausgewählten Ereignissen finden sich auch detailiertere Informationen und Bilder, welche demnächst noch vervollständigt werden.

3. April 2004, Lawinenereignis "Elfer" Wildental / Kleinwalsertal: Eine Schitourengruppe beobachtete unterhalb des "Elferkopfes" einen Lawinenabgang und eine Person die um Hilfe winkte. Daraufhin wurden gegen 10.15 Uhr die Rettungskräfte alarmiert. Auf Grund dichten Nebels konnte die Flugrettung das vermeintliche Unglücksgebiet nicht näher absuchen. Folglich wurden Bergretter abgesetzt, welche sich zu Fuss bzw. Schiern auf die Suche machten. Widrige Witterungsbedingungen und lokal erhöhte Lawinengefahr verzögerten vorerst die Bemühungen der Einsatzkräfte. Erst gegen Nachmittag konnte das Gebiet dann abgeflogen werden. Es stellte sich heraus, dass offenbar ein Felsblock mit einer Person verwechselt wurde. Somit wurde durch den Lawinenabgang niemand verletzt bzw. verschüttet. Bei der Lawinen handelte es sich um eine Selbstauslösung einer Nassschneelawine aus einem sehr steilen (ca. 40-45 Grad), felsdurchsetzten, nordostexponierten Grashang auf ca. 2000 m Seehöhe.

13. März 2004, Lawinenunfall Gafierjoch / Gargellen: Gegen 10.15 Uhr fuhren zwei Tourengeher über das Gafierjoch kommend Richtung Schigebiet Gargellen ab. Beim ersten Übergang in den Steilhang löste vermutlich der Vorausfahrende ein Schneebrett aus. Beide Personen wurden von den Schneemassen mitgerissen. Während eine Person ganz verschüttet wurde, konnte sich die zweite Person auf einer grösseren Schneescholle halten. Der Verschüttete konnte von den Einsatzkräften rasch geortet und ausgegraben werden. Trotz intensivsten Reanimationsbemühungen kam für den Verschütteten jedoch jede Hilfe zu spät (siehe Anhang).

12. März 2004, Lawinenunfälle Anstieg Richtung "Drei Türme" / Tschagguns: Ein einzelner Tourengeher löste im Aufstieg in Richtung "Drei Türme" auf ca. 2300 m ein Schneebrett aus. Er wurde mitgerissen, teilverschüttet und blieb glücklicherweise nach wenigen Metern im Bereich eines Felsens liegen. In Folge konnte er sich selbst aus den Schneemassen befreien und blieb unverletzt. Kurze Zeit später kam es noch vor dem ersten Anbruchbereich zu einer weiteren Auslösung durch einen Schitourengeher. Dieser wurde ca. 30 m mitgerissen und wurde ebenfalls teilverschüttet. Auch er hatte Glück und blieb unverletzt. Bergrettungsleute, die zufällig in der Region unterwegs waren, konnten die Lawinenabgänge beobachten und alarmierten die Rettungskräfte. Kurze Zeit später trafen zwei Hubschrauber mit drei
Lawinenhunden und acht Bergrettungsmännern ein. 

25. Februar 2004, Lawinenunfall "Leibersteig" / Brand: Ein Alleingänger stieg über das Zalimtal Richtung Oberzalimhütte auf. Von dort peilte er die Mannheimerhütte an und setzte den Schiaufstieg über den "Leibersteig" fort. Nur wenige Meter unterhalb des Überganges zum Brandner Gletscher löste er ein kleines Schneebrett aus, welches ihn über steiles, felsdurchsetztes Gelände mitriss. Der Mann stürzte mehr als 350 m ab. Zwei Personen beobachteten den Unfall und alarmierten die Rettungskräfte. Mit dem NAH "Gallus 1" wurde der Verunfallte ins LKH Feldkirch geflogen. Er erlitt schwere Verletzungen (siehe Anhang).

13. Februar 2004, Lawinenereignis Diedamskopf / Schoppernau: Um die Mittagszeit kam es aus einem steilen Südhang, ca. 1670 m ü. A. zu einer spontanen Nassschneelawine, welche in Folge den Zubringerweg zur Breitenalpbahn verschüttete. Mitarbeiter der Bergbahnen sowie alarmierte Bergrettungsmänner und Lawinenhunde führten rasch eine Sicherheitssuche durch. Es wurde weder jemand verschüttet noch verletzt.

30. Jänner 2004, Lawinenereignis Warther Horn / Warth: In der Abfahrt löste ein Schifahrer gegen 16.00 Uhr im freien Gelände (Wartherhornmulde) ein ca. 30 m breites und 80 m langes Schneebrett aus (NW-Hang, ca. 2150 m ü. A.). Nachdem Mitarbeiter der Skilifte Warth auf den Lawinenabgang aufmerksam wurden und vorerst keine Klarheit hinsichtlich einer eventuellen Verschüttung herschte, erfolgte eine Sicherheitssuche mit Bergrettern, Schilehrern und Mitarbeiter der Bergbahnen. Auch vier Lawinenhunde sowie zwei Hubschrauber waren schnell vor Ort. Die Suchaktion wurde gegen 17.30 Uhr abgebrochen nachdem feststand, dass keine Personen verschüttet wurden.

26. Jänner 2004, Lawinenereignis "Dorfabfahrt" / Schröcken: Gegen 15.30 Uhr löste sich auf ca. 1550 m, in einem 38 Grad steilen Nordwesthang ein ca. 30 m breites Schneebrett, das im Bereich "Bockstein" die Dorfabfahrt Nr. 6 (vom Körbersee Richtung Schröcken) bis zu 1,5 m verschüttete. Mit insgesamt 25 Mann, zwei Hubschraubern und vier Lawinenhunden suchten die Einsatzkräfte der Bergrettung Schröcken-Warth, der Bergbahnen und der Alpingendarmerie das Gelände ab. Nach zweimaliger Sondierung wurde die Suche gegen 17.30 Uhr abgeschlossen. Es wurde niemand verschüttet.

25. Jänner 2004, Lawinenereignis Mittelberg / Kleinwalsertal: Um die Mittagszeit kam es im Nahbereich der Verbindung Maisäßlift und Walmedingerhornbahn zur spontanen Auslösung eines Schneebrettes. Dieses ging auf einem bis zu 40 Grad steilen südostexponierten Grashang bis auf Grund ab. Die Standardabfahrt zur Walmedingerhornbahn war dadurch jedoch nicht betroffen. Da zunächst nicht sicher war, ob eventuell Schifahrer verschüttet wurden, erfolgte eine rasche Kontrollsuche durch 55 Einsatzkräfte des örtlichen Bergrettungsdienstes und auch freiwilligen Helfern. Diese wurden durch zwei Hubschrauber sowie fünf Lawinenhundeführer unterstützt. Der Einsatz konnte nach ca. drei Stunden beendet werden. Es kam niemand zu Schaden (siehe Anhang).

14. Jänner 2004, Lawinenunfall Hexenboden / Schigebiet Zürs: Drei Schifahrer fuhren von der Bergstation Hexenboden ins freie Gelände. Nachdem der Vorausfahrende auf einer Kuppe wartete, lösten vermutlich die beiden in Abständen nachfahrenden Personen bei der Querung einer steilen west - nordwestexponierten Mulde auf ca. 2180 m, ein Schneebrett aus. Während eine Person rechtzeitig aus den abgleitenden Schneemengen ausfahren konnte, wurde die am Rand der Mulde befindliche Person mitgerissen und ganz verschüttet. Die ca. 40 - 50 cm tief verschüttete Person konnte von den Beteiligten mittels LVS-Gerät rasch geortet und ausgegraben werden. Der alarmierte NAH "Christophorus 8" flog die mittels Tau geborgene und unverletzte Person vom Lawinenkegel auf die darunterliegende Schipiste. Von dort setzten alle drei Beteiligten ihre Abfahrt fort.

12. Jänner 2004, Lawinenunfall "Steinmännli" / Lech a. A.: Eine 8-köpfige Snowboardgruppe fuhr gegen 14.15 Uhr von der Rüfikopf - Bergstation Richtung "Schwarzwandabfahrt" um abermals die dortigen Hänge abzufahren. Dabei löste die drittletzte Person auf ca. 2060 m ü. A. bei der Querung in den noch unverspurten Bereich ein Schneebrett aus und wurde ca. 50 bis 70 m mitgerissen und ca. 1,5 m tief verschüttet. Der Verschüttete konnte rasch von seinen Kollegen geortet und ausgegraben und beatmet werden. In der Folge wurde der leicht Verletzte mit dem Hubschrauber "Gallus 1" ins Krankenhaus Bludenz geflogen.

12. Jänner 2004, Lawinenereignis Oberlech / Lech a. A.: Gegen 21.20 Uhr wurde im Bereich "Lehmeggli" der Gemeinde Lech die dortige Strasse auf eine Länge von ca. 25 m und eine Höhe von ca. 4 m verschüttet. Das Schneebrett löste sich spontan infolge Erwärmung und leichtem Regen aus einem Südosthang auf ca. 1250 m Seehöhe. Der Lawinenkegel wurde von der örtlichen Bergrettung und einem Lawinenhund abgesucht. Es kam weder zu Sach- noch zu Personenschäden.

8. Jänner 2004, Lawinenunfall "Unterer Schafberg" / Lech a. A.: Beim Aufstieg mit Tourenschiern vom Stierlochjoch in Richtung Mehlsack löste der Vorausgehende einer Dreiergruppe gegen 13.00 Uhr auf ca. 2400 m ein Schneebrett aus. Er wurde ca. 100 m mitgerissen und dabei leicht bzw. teilweise verschüttet. Er konnte sich selbst befreien und wurde auf Grund einer Knieverletzung (Kreuzbandriss) später mit dem Hubschrauber "Gallus 1" abtransportiert.

8. Jänner 2004, Lawinenunfall "Zuger Hochlicht" / Lech a. A.: Zwei Schifahrer querten gegen 12.30 Uhr im Bereich der Bergstation Steinmähder, auf ca. 2300 m einen südexponierten Steilhang und lösten dabei ein Schneebrett aus. Beide wurden ca. 160 m mitgerissen und teilverschüttet. Während sich eine Person selbst befreien konnte, steckte die zweite Person bis zum Hals in den Schneemassen. Sie wurde jedoch vom Mitbeteiligten ausgegraben. Glücklicherweise kamen beide mit dem Schrecken davon. Eine eingeleitete Suchaktion konnte somit bald wieder beendet werden.

29. Dezember 2003, Lawinenereignis Golm / Tschagguns: Gegen 13.00 Uhr kam es zwischen der Bergstation der Hüttenkopfbahn und dem Golmerjoch zu einem Schneebrettabgang. Dadurch wurde der Verbindungsweg zum Aussergolm verschüttet. Vermutlich wurde die Lawine durch einen Snowboarder, welcher trotz Absperrung im obersten Hangbereich einfuhr, ausgelöst. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich Skifahrer auf dem darunterliegenden Skiweg (Piste 5) befanden und Augenzeugen "etwas Gelbes" während dem Lawinenabgang beobachtet hatten, wurde der Lawinenkegel fast drei Stunden lang nach möglichen Verschütteten abgesucht. Insgesamt waren rund 80 Helfer und fünf Lawinenhundeteams des ÖBRD bei der Suchaktion im Einsatz. Die Suche wurde gegen 15.30 Uhr abgebrochen. Es kam niemand zu Schaden. Das "etwas Gelbe" stellte sich später als Absperrtafel heraus. Sie wurde von den Schneemassen mitgerissen (siehe Anhang).