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Listerien

Listerien

Die unterschätzte Gefahr - Schwangere sollten auf rohe tierische Lebensmittel verzichten
Bildrechte: Umweltinstitut
Listerien in Lebensmitteln - Lachs, Hackfleisch und Salami

Listerien  sind bakterielle Krankheitserreger, die beim gesunden Menschen durch das  Immunsystem unschädlich gemacht werden. Bei Personen die einer Risikogruppe angehören (Schwangere, Säuglinge, ältere Menschen und abwehrgeschwächte Personen) können sie jedoch zu schweren Erkrankungen führen. Bei infizierten Schwangeren können Listerien die Ursache für Früh- und Totgeburten sein. Übertragung ist sowohl über Tierkontakt als auch über bestimmte Lebensmittel möglich.

Kontaminationsquellen und Übertragungsweg
Listerien sind weit verbreitete Bakterien im Erdboden, in Oberflächengewässern, Pflanzen und Tieren. Sie werden durch kontaminierte Rohware und verunreinigte Produktionsräume, Arbeitsflächen, Arbeitsgeräte und Kühleinrichtungen auf Lebensmittel übertragen. 

Krankheitsbild
Die Inkubationszeit bei einer Listerien-Infektion hat eine Schwankungsbreite von 2 Tagen bis 2 Monaten. Bei gesunden Menschen verursachen Listerien in der Regel keine oder nur leichte unspezifische, grippeähnliche, eventuell mit Durchfällen verbundene Symptome. Schwerere Erkrankungsfälle betreffen vor allem Personen mit geschwächter Immunabwehr, ältere Menschen und Schwangere sowie un- bzw. neugeborene Kinder. Bei diesen Personen können schwere Allgemeinerkrankungen hinzukommen, wie Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung.
Ähnliche Symptome kommen auch bei zahlreichen Tierarten vor. 

Vorbeugende Maßnahmen
Personen die einer Risikogruppe angehören, sollten auf nichtpasteurisierte Milch, Rohmilchprodukte (z.B.: Rohmilchweichkäse), Rohwurstprodukte (z.B.: Salami, Mettwurst, Teewurst), rohes Fleisch (z.B.: Beef tartar, Carpaccio, nichtdurchgegartes Geflügel oder blutige Steaks), Räucherfisch, rohen Lachs, Sushi, Sashimi sowie abgepackte kleingeschnittene Blattsalate und dergleichen verzichten.
Listerien sind sehr widerstandsfähig. Sie vermehren sich ab 0°C (also auch im Kühlschrank) -  sogar unter Luftabschluss (z.B.: in Vakuumpackungen). Sie überstehen Tiefgefrieren und Trocknen relativ gut. Abgetötet werden sie hingegen beim Kochen, Braten, Sterilisieren und Pasteurisieren.  Durch gründliche Reinigung der Lebensmittel, ausreichende Erhitzung (über 70°C Kerntemperatur) sowie hygienischen Umgang mit Lebensmitteln in Verbindung mit persönlicher Hygiene, kann der Erkrankung vorgebeugt werden (siehe „Richtiger Umgang mit Lebensmittel im Haushalt“ und „Zoonosen“).

Kontaktdaten

Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit (Umweltinstitut)

Postanschrift: Montfortstraße 4, 6900 Bregenz
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Weitere Informationen

AGES: Listerien
Robert Koch Institut: Verbrauchertipps - Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen mit Listerien
Bundesamt Veterinärwesen CH: Listeriose