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Bürgerrat: Zukunft Landwirtschaft

Bürgerrat: Zukunft Landwirtschaft

Zusammenfassung und Ergebnisse des 11. landesweiten Bürgerrates
Bildrechte: Land Vorarlberg
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Von 4. bis 5. Oktober fand der landesweite Bürgerrat, gestartet durch eine Initiativgruppe von Privatpersonen, in Vorarlberg statt. Unter dem Thema „Zukunft Landwirtschaft“ wurden Lösungsansätze für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Landwirtschaft mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet. Das zentrale Anliegen: über die Herausforderungen, vor denen die heutige Landwirtschaft steht, gemeinsam diskutieren und an Lösungen arbeiten. Dabei standen folgende Fragen im Vordergrund:

Wie soll unsere Landwirtschaft in Zukunft aussehen, damit wir gut von und mit ihr leben können?
Was können wir dafür tun und welche Politik braucht es dazu?

17 Bürgerinnen und Bürger nahmen am Bürgerrat teil und diskutierten intensiv anderthalb Tage, kreierten gemeinsame Zukunftsbilder und erarbeiteten konkrete Empfehlungen an die Politik. Im Vorhinein fanden drei Workshops mit Landwirtinnen und Landwirten in drei Regionen statt, um diese wichtige Perspektive gut in den Prozess integriert zu wissen. Die Ergebnisse dieser beiden Schritte wurden im Rahmen der öffentlichen Bürgercafés vorgestellt und in einem erweiterten Kreis mit Interessierten aus vielen gesellschaftlichen Bereichen, sowie Politik und Verwaltung, diskutiert. Die Ergebnisse aus allen Prozessschritten wurden genau dokumentiert und zu folgenden zehn Erkenntnissen verdichtet:

1. Regionalität stärken
Es braucht innovative Rahmenbedingungen, um regionale Produkte stärker zu fördern. Dies könnte durch mehr Direktvermarktung, Dezentralisierung der Strukturen und eine vielfältige, kleinstrukturierte und naturnahe Landwirtschaft verstärkt werden.

2. Berufsbild aufwerten und transparenter kommunizieren
Das Bild der Tätigkeiten von Landwirtinnen und Landwirten aus Sicht der Bevölkerung, Politik und Medien entspricht nicht dem Eigenbild. Das Berufsbild sollte daher transparenter und verständlicher kommuniziert werden.

3. Finanzielle Herausforderungen
Die Arbeit in der Landwirtschaft sollte zur Lebensqualität beitragen statt sie zu schwächen. Landwirtinnen und Landwirte müssen von ihrer Arbeit leben können. Dafür braucht es Kostenwahrheit und ein Umdenken der Förderungen.

4. Landwirtschaftliche Flächen erhalten
Landwirtschaft braucht Platz! Nur wenn genügend landwirtschaftlich gewidmete und genutzte Fläche zur Verfügung steht, ist Raum für Lebensmittelproduktion in der Region. Landwirtschaftliche Flächen müssen qualitativ wie quantitativ erhalten bleiben.

5. Verstärkte Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit
Um landwirtschaftliche Erzeugnisse zu fördern, sowie ein breites Verständnis in der Bevölkerung für die Themen der Landwirtschaft zu erreichen, braucht es mehr Bewusstseinsbildung, verstärkte Öffentlichkeitsarbeit sowie wirksame, zielgruppenspezifische Imagekampagnen.

6. Beziehungen ermöglichen
Das Verhältnis von Konsument und Produzent kann durch persönlichen Kontakt und Beziehungsaufbau wieder gestärkt werden. Raum für Begegnung und Austausch, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen, ist essentiell.

7. Transparenz forcieren
Transparenz in allen Bereichen, von der Produktherstellung bis zum Verkauf, soll durch eine klare Kennzeichnung sowie Unterstützung in der gemeinsamen Vermarktung garantiert werden.

8. Kooperation fördern
Durch verstärkte Kooperation unter jenen, die in der Landwirtschaft tätig sind, könnten nicht nur Ressourcen gespart werden, sondern mehr Verständnis für die Arbeit im Allgemeinen, aber auch unter den Landwirtinnen und Landwirten selbst, entstehen.

9. Tourismus und Landwirtschaft zusammendenken
Tourismus und Landwirtschaft sollte noch stärker gemeinsam gedacht werden. Einen nachhaltigen Ansatz zu verfolgen, kann gewinnbringend für die Region als Ganzes sein.

10. Offenheit für gesellschaftliche Veränderungen
Landwirtinnen und Landwirte sollten offen sein für Trends, die gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringen. Wenn sie ihre Produkte bzw. dessen Vermarktung daran orientieren, kann ein Mehrwert für alle entstehen.

Alle Ergebnisse sind auf der „Vorarlberg mitdenken“ Plattform dokumentiert und einzusehen.

Im Downloadbereich befindet sich die umfassende Gesamtdokumentation aller Stufen des Bürgerrats-Prozesses.

Kontaktdaten

Büro für Zukunftsfragen

Postanschrift: Landhaus, 6901 Bregenz
Standortanschrift: Jahnstraße 13-15, 6900 Bregenz
T +43 5574 511 20605
F +43 5574 511 920695
zukunftsbuero@vorarlberg.at

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Weitere Kontaktinformationen

Büro für Zukunftsfragen
Judith Lutz, MA
Jahnstraße 13-15
6901 Bregenz