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Wissenswertes zum Programm

Wissen was wirkt – Entwicklung Wirkungsmodell Präventionsketten

Wissen, was wirkt – wissen wir, was wirkt?

Die Fachbegleitung der Programmgemeinden und -Regionen und des Landes durch die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen hat zum Ziel, die Qualität der Präventionskettenarbeit abzusichern. Dazu gehört der Blick auf die geeignete Programmorganisation sowie die wirkungsorientierte Planung, Steuerung und Umsetzung aller Aktivitäten. Per Ende 2025 sollen alle Programmgemeinden und -regionen mit den wesentlichen Grundbausteinen einer wirkungsorientierten Arbeitsweise vertraut sein.

Wirkungsorientierung ist eine Haltung, bei der es darum geht, vom "Ende" – also dem erwünschten Effekt her zu denken, Wirkung muss geplant und regelmäßig reflektiert werden.

Im Falle von "Vorarlberg lässt kein Kind zurück" lautet das Wirkungsziel des Landes, dem sich alle Programmgemeinden und -regionen mit individuell angepassten Wirkungszielen zuordnen:


Mit "Vorarlberg lässt kein Kind zurück" unterstützt das Land die Gemeinden/Regionen dabei, die gesundheitliche, soziale und Bildungsteilhabe aller Kinder und Jugendlichen zu fördern, besonders jener, die es schwerer haben.

In Zusammenarbeit von Land und Gemeinden werden die Entwicklungsbedingungen und Lebenschancen aller Kinder und Jugendlichen von ihrer Geburt bis zum Berufseintritt durch den Auf- und Ausbau von Präventionsketten in Gemeinden und Regionen verbessert.




Wie wird Wirkung erzeugt?

Wirkungsorientierung findet ständig und jederzeit und nicht nur punktuell statt, im Idealfall ist sie Grundlage dafür, das eigene Handeln bewusster zu gestalten und immer ausgerichtet auf die Frage, wie das, was wir tun, bei den Kindern, Jugendlichen und Familien ankommt und ihre Lebenslage verbessert. Die Wirkungsorientierung wirkt der Gefahr entgegen, sich bei der konkreten Arbeit allein an Kriterien zu orientieren, die zwar gute Qualität anzeigen, aber keine Aussage über die angestrebten Wirkungen machen. Beispielsweise ist eine Fachveranstaltung gut besucht und wird gut bewertet. Tatsächlich leistet sie aber nur dann einen wirksamen Beitrag zum Erfolg, wenn die Teilnehmenden anschließend ihr Handeln im gewünschten Sinn ändern oder andere erwünschte Änderungen angestoßen wurden.

Um Wirkungen zu belegen, müssen die Ziele definiert, mess- und überprüfbar, konkretisiert und sichtbar sind. Die Ziele werden durch verschiedene Arten von Indikatoren - zählbaren oder beschreibbaren – hinterlegt. Das verwendete Wirkungsmodell unterscheidet auf Ebene der Outcomes drei Stufen:

  • strukturelle Wirkungen (zB. Kompetenzerwerb von Akteurinnen und Akteuren, Optimierung von Angeboten),
  • Wirkungen bei der Zielgruppe (verändertes Nutzungsverhalten, veränderte Einstellungen, veränderte Lebenslagen) und
  • gesellschaftliche Wirkungen (Gesellschaft verändert sich).

Es erklärt sich von selbst, dass eine Messung der Wirkung auf diesen Ebenen ein komplexes und ressourcenintensives Vorhaben ist. Dennoch lassen sich auf Ebene der Strukturen und Dialoggruppen durch den Einsatz von (Selbst)Evaluationen Wirkungen durchaus und mit vernünftigem Aufwand erforschen.

In diesem Zusammenhang ist es von Bedeutung auch die Wirkungsgrenzen zu beachten – nicht alles liegt in der Gestaltungsmacht von Gemeinden und Wirkungsketten haben viele Einflussfaktoren, nicht alle lassen sich steuern oder messen.

 

Weiterlesen: Praxisblatt 5 Wirkung planen und sichtbar machen (2. Auflage)