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Zukunft der Riedwiesenvögel

Zukunft der Riedwiesenvögel

Bekassine, Großen Brachvogel, Wachtelkönig, Braunkehlchen und Uferschnepfe waren früher charakteristische Vögel der offenen Riedlandschaft im Rheintal. Heute sind die Wiesenbrüter vom Aussterben bedroht.
Bildrechte: Dietmar Hollenstein
Braunkehlchen
Bildrechte: Dietmar Hollenstein
Als Brutvogel in Vorarlberg bereits ausgestorben – die Uferschnepfe
Bildrechte: Reinhard Hellmair
Gelege werden von engagierten Landwirtinnen und Landwirten umfahren
Bildrechte: Reinhard Hellmair
Ein gut getarntes Kiebitzgelege
Bildrechte: Alwin Schönenberger
Ein Stauwehr hilft den Wasserhaushalt kleinräumig positiv zu verändern.

Immer weniger Menschen im Rheintal kennen Kiebitz, Bekassine, Großen Brachvogel, Wachtelkönig, Braunkehlchen und Uferschnepfe. All diese Vögel waren früher charakteristisch für die weite, offene Riedlandschaft im Rheintal. Allen gemein ist, dass sie Wiesenbrüter sind – und dass sie vor dem Aussterben stehen.

 

Wiesenbrüter, wie der Name schon erahnen lässt, bauen ihre Nester auf dem Boden. Sie nisten in artenreichen, einmähdigen Wiesen, aber auch in noch nicht bestellten Äckern. Als Zugvögel kommen sie im Frühjahr im Rheintal an, balzen und bauen ihre Nester am Boden, ziehen ihre Küken gut geschützt im hohen Gras der extensiv genutzten Feuchtwiesen auf und verlassen im Herbst das Rheintal Richtung Süden. Das Gefieder der Bodenbrüter ist nicht bunt – dunkle, erdige Töne herrschen vor. Als Wiesenbrüter sind damit die ausgewachsenen Vögel, aber auch die Küken, gut vor Fressfeinden getarnt.

 

Wiesenbrüter sind im Rheintal vom Aussterben bedroht. Uferschnepfen und Bekassinen brüten schon seit Jahren nicht mehr, und auch von den bis zu 40 Jahre alt werdenden Brachvögeln brüten nur noch eine Handvoll. Und das mit wenig Erfolg. Dabei gibt es, wie beim Bienensterben, viele Gründe, die alle zusammen zu einem Rückgang der Bestände führen. Der Landschaftswandel der letzten Jahrzehnte hat den Lebensraum von Kiebitz und Co auf kleine Inseln im intensiv genutzten Landwirtschaftsgebiet zusammenschmelzen lassen. Während die Umgebung für die typischen Wiesenbrüter immer unwirtlicher wird, profitieren ihre Fressfeinde wie Fuchs, Marder, Dachs und Co davon. Steile Entwässerungsgräben sind für eine Wiesenbrüterfamilie unüberwindbare Barrieren oder können zu tödlichen Fallen werden. Aber auch die Freizeitnutzung führt zu Störungen und kann mit der Aufgabe der Nester enden. Freilaufende Hunde sind zwar prinzipiell keine Fressfeinde, führen aber zu Stress und einem verminderten Bruterfolg. Auch die Witterung im Frühjahr spielt eine große Rolle. So gab es immer schon Jahre mit schlechten Bruterfolgen durch einen kalten und regenreichen Frühling. Grundsätzlich gilt, gesunde, große Populationen könnten in den darauf folgenden Jahren Ausfälle kompensieren.

 

Seit 2006 unterstützt das Land Vorarlberg den Naturschutzbund und seine Partnerinnen und Partner beim Wiesenbrüterschutz. Durch Lebensraumverbesserungen wie z. B. Abflachen von Gräben oder Rodung von Gehölzgürteln im Nahebereich der Brutflächen wird der Lebensraum aufgewertet. Schutzmaßnahmen wie das Einzäunen der Gelege oder Markieren der Nester im Acker ermöglichen den Landwirtinnen und Landwirten, die Brutflächen bei der Bewirtschaftung auszusparen. Mit diesen Maßnahmen konnten vor allem für den Kiebitz schon einige Erfolge erzielt werden. Engagierte Landwirtinnen und Landwirte bewirtschaften in den Kerngebieten „wiesenbrüterfreundlich“. Grundbesitzerinnen und Grundbesitzer wie die Schweizer Ortsgemeinde Au stellen u. a. Flächen für den Wiesenbrüterschutz zur Verfügung.

 

Warum ist der Schutz der Bodenbrüter so wichtig? Wiesenbrüter sind sogenannte Indikatorarten. Sie zeigen den ökologischen Zustand der Natur an. Von den lebensraumverbessernden Maßnahmen für Bekassine, Kiebitz, den Großen Brachvogel und Co profitieren nicht nur die Vögel, sondern das ganze Ökosystem.

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