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Wasserqualität an Vorarlberger Badestellen im Sommer 2017

Wasserqualität an Vorarlberger Badestellen im Sommer 2017

Die regelmäßigen Untersuchungen der Wasserqualität an den Vorarlberger Badestellen im Sommer 2017 erbrachten, ähnlich wie in den Vorjahren, durchwegs zufrieden stellende Ergebnisse: An den Badegewässern konnte überwiegend eine sehr gute Badeeignung nachgewiesen werden. Die Gesamteinstufung über die letzten 4 Jahre weisen den Großteil der Badestellen mit sehr gut aus, nur das Badegewässer Baggersee Paspels ist nach wie vor mit gut eingestuft.

Wie jedes Jahr während der Sommermonate werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Umweltinstitutes die stärker frequentierten Badestellen in Vorarlberg nach den gesetzlichen Vorgaben untersucht. Dabei handelt es sich um 16 Badestellen, die nach dem Bäderhygienegesetz als sogenannte „EU-Badestellen“ ausgewiesen sind (BGBl 254/1996 i.d.g.F. bzw. Verordnung LGBl. Nr 47/1997). Zusätzlich wurden im Rahmen des Landesmonitoring im Jahre 2017 noch stärker frequentierte Badestellen überwacht (mit der Badesaison 2018 werden künftig nur mehr die 16 EU-Badegewässer beprobt). Die ersten Beprobungen erfolgten Anfang Juni 2017.  In weiterer Folge fanden die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen in 3-wöchigen Abständen bis Ende August statt.  

Die Badequalität eines Gewässers hängt in erster Linie von Hygieneparametern ab. Gesetzlich verankerte Richt- und Grenzwerte für bestimmte Keimarten lassen eine Einstufung der Gewässer bezüglich einer Badeeignung zu. Es handelt sich dabei um sogenannte „Indikatorkeime“ - Escherichia coli und Intestinale Enterokokken. Werden diese Fäkalkeime im Labor nachgewiesen, ist dies ein Hinweis, dass eine Verunreinigung vorliegt. Bei entsprechend hohen Konzentrationen kann eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden. In solchen Fällen sind entsprechende Maßnahmen, wie z.B. Warnung oder Verbot des Badens, von der Behörde zu setzen.

Weitere Aspekte für die Beurteilung der Badegewässer stellen die physikalisch-chemische Beschaffenheit des Badewassers und der Verschmutzungsgrad der Badestelle dar. Die Ergebnisse werden während der Sommermonate laufend in den lokalen Medien und über die Internetseite des Umweltinstituts sowie auf der Homepage der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) veröffentlicht.

An den einzelnen Badestellen wurden im Sommer 2017 mindestens 5 Untersuchungen, vereinzelt 7 Untersuchungen durchgeführt. Die Sommermonate waren gekennzeichnet von sehr wechselhafter Witterung mit teilweise intensiven Regenschauern. Länger andauernde, stabile Hochdruckwetterlagen waren selten. Im August kam es an den Badestelle Rheinauen Hohenems und Alter Rhein Lustenau jeweils zu einer kurzfristigen Grenzwertüberschreitung. Die Ursache für die jeweilige Grenzwertüberschreitung war nicht eindeutig erklärbar.  

Bei Grenzwertüberschreitungen ist generell nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse eine Nachkontrolle durchzuführen. Bei einer wiederholten Grenzwertüberschreitung ist umgehend die zuständige Bezirkshauptmannschaft zu informieren. Diese leitet die notwendigen Schritte ein und verhängt - wenn notwendig - ein Badeverbot.

Ähnlich wie in den Vorjahren zeigte sich auch 2017, dass die Wasserqualität der Bodenseestrände und Baggerseen sehr stabil ist. Dies äußert sich auch in der neuen Einstufung der Badestellen im Rahmen durch die Langzeitbewertung. Mit Beginn der Badesaison 2013 begann ein neues Bewertungssystem für die „EU-Badestellen“. So werden die Untersuchungsergebnisse der letzten 4 Jahre für eine statistische Qualitätseinstufung der Badestellen herangezogen. Nach wie vor bleibt aber das einzelne Untersuchungsergebnis für eine aktuelle Badeeignung ausschlaggebend. Im Gegensatz zu den drei Qualitätsstufen einer Einzelprobe (ausgezeichnete Badeeignung - gute Badeeignung - mangelhafte Badeeignung) sind die Badestellen nach der Gesamteinstufung anhand der Jahresauswertungen in vier Qualitätsklassen eingeteilt (ausgezeichnet – gut – ausreichend – mangelhaft). Von den im Jahr 2017 regelmäßig überprüften Badestellen (22 Stellen) ergab die Gesamtbewertung nur für den Baggersee Paspels die Einstufung gut, alle anderen Stellen sind mit sehr gut eingestuft. Die Gesamtbewertungen werden jedes Jahr aktualisiert, je nach Einzelergebnissen kann sich die Gesamteinstufung ändern. Die entsprechenden Vorgaben sind in der Badegewässerverordnung geregelt (BGewV  Verordnung des Bundesministers für Gesundheit über die Qualität der Badegewässer und deren Bewirtschaftung, StF: BGBl. II Nr. 349/2009). Entsprechender Link:

Die Einstufungen sowie eine Beschreibung des Badegewässers sind an den jeweiligen Badestellen ausgehängt bzw. können im Internet nachgelesen werden.

Zu Beginn der Badesaison 2017 wurde gemeinsam mit diversen Fachabteilungen und NGOs eine Öffentlichkeitskampagne zum Thema „Fütterung von Wasservögeln“ gestartet. Dadurch soll die Bevölkerung für die Problematik, die durch die Fütterung von Wasservögeln entstehen kann, sensibilisiert werden. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass es durch Ansammlungen von Wasservögeln zu hygienischen Verunreinigungen der Gewässer kommen kann. Link zu Merkblatt

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