Zurück

Frauen und Erwerbsarbeit

Frauen und Erwerbsarbeit

Die Vorarlberger Wirtschaft trägt mit 4,7 Prozent zur österreichischen Wirtschaftsleistung bei. Vorarlberg ist ein Bundesland mit hohem regionalen Wohlstand. Nicht nur die Entwicklung der Nachfrage am Arbeitsmarkt (ausgedrückt durch die Beschäftigungsentwicklung), sondern auch das Angebot (ausgedrückt durch die Erwerbsbeteiligung) liegt in Vorarlberg bei Frauen und Männern über dem Österreichdurchschnitt. Die Erwerbstätigenquote war 2015 um vier Prozentpunkte höher als im Österreichdurchschnitt, die der Männer war um 5,5 Prozentpunkte und die der Frauen um 2,5 Prozentpunkte höher. Die Arbeitslosenquote war 2016 um mehr als drei Prozentpunkte geringer als österreichweit. Von den 89.200 Frauen, die 2015 in Vorarlberg einer Erwerbsarbeit nachgingen, waren 92 Prozent unselbstständig erwerbstätig. Von den 104.400 Männern waren es 87 Prozent. 80 Prozent der unselbständig erwerbstätigen Frauen in Vorarlberg sind Angestellte oder öffentlich Bedienstete. Von den unselbständig erwerbstätigen Männern sind nur 67 Prozent in dieser Position, knapp 33 Prozent sind Arbeiter. Obwohl sich das Ausbildungsniveau der Geschlechter angeglichen hat, gilt nach wie vor: Je höher die berufliche Hierarchieebene, desto höher ist der Männeranteil. Frauen stellen in Vorarlberg ebenso wie österreichweit 63 Prozent der Hilfsarbeitskräfte, Männer 70 Prozent der Führungskräfte. 92 Prozent der erwerbstätigen Männer arbeiten in Vorarlberg in einem Normalarbeitsverhältnis (unbefristete Anstellung auf Vollzeitbasis), aber nur rund 50 Prozent der Frauen. Die Hälfte der Frauen findet sich in atypischen Arbeitsverhältnissen (dazu zählt auch Teilzeitarbeit), was damit zusammenhängt, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit und ihre Freizeit häufig mit den Bedürfnissen der Familienmitglieder abstimmen müssen. 51,5 Prozent der unselbständig tätigen Frauen in Vorarlberg arbeiten daher Teilzeit, aber nur 7,4 Prozent der Männer. 45 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen in Vorarlbergs arbeiten weniger als 20 Stunden pro Woche (Österreich: 27 %). Innerhalb des Landesdienstes werden seit knapp zehn Jahren ganz gezielt frauenfördernde Maßnahmen gesetzt, und das mit Erfolg: Beispielsweise ist die Zahl der Frauen, die im Anschluss an eine Karenz nach der Geburt eines Kindes an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, in dem Zeitraum von 52 auf 84 Prozent gestiegen. Und der Anteil der Frauen an den ExpertInnen innerhalb der Landesverwaltung hat sich von 28 auf 47 Prozent erhöht.