Zurück

124_Preisentwicklung

Preisentwicklung

Bildrechte: Foto Serra

Bericht über die Preise 2017

ALLGEMEINES

In dieser Publikation sind die wichtigsten Daten zur Preisentwicklung in Österreich im Jahr 2017 und Durchschnittspreise für ausgewählte Produkte aus dem Warenkorb für Vorarlberg präsentiert. Sie informiert über die Entwicklung des Vorarlberger Lebenshaltungskostenindex (LHKI), den Verbraucherpreisindex (VPI), den Großhandelspreisindex sowie über die Preisentwicklung im Baubereich. Insbesondere werden auch längere Zeitreihen dargestellt um dem Nutzer langfristige Trends aufzuzeigen. Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittlichen Preisänderungen aller Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft bzw. verbraucht werden und gilt schlechthin als Maßstab für die Inflation.

Bis zum Jahr 2005 wurde für das Land Vorarlberg ein eigener Preisindex, der Vorarlberger Lebenshaltungskostenindex berechnet. Anlässlich des Revisionsjahres 2005 wurde der Lebenshaltungskostenindex aufgelassen und mit dem österreichischen Verbraucherpreisindex, Basis 2005 = 100 verkettet. Damit weiterhin Wertsicherungsberechnungen nach dem Lebenshaltungskostenindex durchgeführt werden können, werden die bisherigen Indexreihen des Vorarlberger Lebenshaltungskostenindex fortgeschrieben. Aufgrund der EU-Verordnung (EC Nr. 2494/95) sind Indexrevisionen in 5-Jahres-Intervallen durchzuführen. Das Ziel ist es, den Warenkorb repräsentativ für das aktuelle Konsumverhalten der privaten Haushalte zu gestalten. Für den Verbraucherpreisindex wurde die Berechnung der Indizes bei der Revision 2010 auf einen Laspeyres-Kettenindex umgestellt (der HVPI wurde seit 2000 als Kettenindex berechnet). Bei Laspeyres-Kettenindizes wird für jedes Jahr ein anderer Warenkorb mit neuer Gewichtung zu Grunde gelegt. Dies ermöglicht die Erfassung der Preisveränderungen unter Berücksichtigung des jeweils aktuellen Konsumverhaltens. Die einzelnen Jahresergebnisse werden sodann zu einer Zeitreihe verkettet, daher der Name Kettenindex. Im Jahr 2015 wurde von Statistik Österreich der Warenkorb der beiden Verbraucherpreisindizes VPI und HVPI und deren Gewichtung überarbeitet und neu erstellt. Die letzte Revision fand im Jahre 2010 statt. Erstmals fällt die Umstellung des Warenkorbs nicht mit dem Basisjahr zusammen. Das Basisjahr 2015=100 wurde bereits im Jänner 2016 begonnen. Der neue Warenkorb enthält 770 Positionen. 67 Waren und Dienstleistungen wie z.B. „E-Bike“ und „Pay TV“  wurden aufgenommen und 67 Waren und Dienstleistungen wie z.B. „Camcorder“, „Mikrowelle“ und „MP3-Player“ wurden ausgeschieden.

Warenkorb des Verbraucherpreisindex 2015, Gewichtung der Hauptgruppen im Jahr 2017

Warenkorb Daten
Bildrechte: Land Vorarlberg

Ab Jänner 2016 werden die fortgeführten verketteten Indexreihen des Vorarlberger Lebenshaltungskostenindex mit dem Verbraucherpreisindex Basis 2015 = 100 (VPI 2015) fortgeschrieben.

Verkettungskoeffizienten des Vorarlberger Lebenshaltungskostenindex zum VPI 2015:

Lebenshaltungskostenindex 2000   Faktor 1,339
Lebenshaltungskostenindex 1996   Faktor 1,425
Lebenshaltungskostenindex 1986   Faktor 1,859
Lebenshaltungskostenindex 1976   Faktor 2,906
Lebenshaltungskostenindex 1966   Faktor 5,072
Lebenshaltungskostenindex Mai 1945 Faktor 55,86

Ergebnisse VPI und LHKI

Die durchschnittliche Inflationsrate des Verbraucherpreisindex, Basis 2015 = 100 lag im Jahr 2017 bei +2,1% und damit deutlich über den Werten der Jahre 2016 und 2015 mit jeweils +0,9%. Sie wies den höchsten Wert seit 2012(+2,4%) auf, blieb jedoch weit unter der höchsten Inflationsrate der vergangenen 10 Jahre (2011; +3,3%). Im Jahresverlauf bewegte sich die Inflationsrate zwischen +1,9% und +2,4%. Den größten Preisauftrieb wiesen 2017 Bewirtschaftungsdienstleistungen, Nahrungsmittel, Treibstoffe und Mieten auf.

Die Ausgaben für Verkehr hatten den größten Einfluss auf die Jahresinflation. Im Jahresdurchschnitt war ein Anstieg um  +3,0% (Einfluss: +0,39 Prozentpunkte) zu verzeichnen. Allein die Kosten für Treibstoffe stiegen um durchschnittlich +7,1%. Im Jahr 2016 waren die Treibstoffpreise Hauptpreisdämpfer.  Flugtickets ins Ausland verteuerten sich 2017 um +13%.

Mit +0,34 Prozentpunkte bzw. durchschnittlich +1,8% waren die Ausgaben für Wohnung, Wasser und Energie maßgeblich an der Inflationsentwicklung beteiligt. Dazu trugen überwiegend höhere Mieten bei (insgesamt +4,2%; Einfluss: +0,21 Prozentpunkte). Die Instandhaltung von Wohnungen kostete um +1,9% mehr. Ausgaben für Haushaltsenergie sind insgesamt um 0,8% gesunken. Deutliche Preissenkungen bei Strom (- 5,4%) und Gas (-1,6%) wurden teilweise durch  Preiserhöhungen bei Heizöl (+12,3%) ausgeglichen.

Weitere bedeutende Preistreiber waren Restaurants und Hotels (+2,9%; Einfluss +0,32 Prozentpunkte) und Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+2,4%; Einfluss: +0,28 Prozentpunkte). Die Preise für Milch, Käse und Eier insgesamt stiegen um 3,5%, jene für Öle und Fette insgesamt um 11,5%, darunter Butter um 25,6%. Im Bereich Freizeit und Kultur stiegen die Preise durchschnittlich um 2,4% (Einfluss: 0,28 Prozentpunkte). Pausschalreisen verteuerten sich um 3,1%.

Neben dem Gesamtindex wird auch der Preisindex für den privaten PKW-Verkehr ermittelt. Mit +2,9% ist dieser Index um 0,8 Prozentpunkte kräftiger gestiegen wie der Gesamtindex. Im Vorjahr war noch ein Rückgang um 1,9% festzustellen. Im Im Jahr 2016 war noch ein Rückgang um 1,9% Vorjahr. Der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) wird seit Jänner 2016 nicht mehr berechnet.

Der Index des täglichen Bedarfs (Mikrowarenkorb) spiegelt die Inflation eines täglichen Einkaufs wider und stieg im Jahr 2017 um 3,9%. Der Index des wöchentlichen Bedarfs (Miniwarenkorb) misst die Inflation eines wöchentlichen Großeinkaufs und stieg im Jahr 2017 um 3,5%.

Der verkettete Vorarlberger Lebenshaltungskostenindex mit der Basis 2000 beträgt +2,1% für das Jahr 2017. Der EU-Harmonisierte VPI (HVPI) lag mit +2,2% knapp über der nationalen Inflationsrate.

Inflationsraten des VPI und HVPI 2002 bis 2017 für ausgewählte Staaten und Regionen

Bildrechte:

 

Großhandelspreisindex (GHPI)

Der Großhandelspreisindex Basis 2015= 100 berechnet die Entwicklung der Preise der vom Großhandel abgesetzten Waren. Im Jahresvergleich sind die Großhandelspreise deutlich gestiegen und zwar um +4,6%. Im Vorjahr waren die Großhandelspreise um -2,3% zurückgegangen.

Baukostenindex

Auch die Indexreihen der Baukostenindizes wurden im Jahr 2015 auf die Basis 2015 = 100 umgestellt. Die Baukosten sind im Jahr 2017 deutlich stärker angestiegen wie im Jahr zuvor. Der Baukostenindex für den Wohnhaus- und Siedlungsbau mit der Basis 2015 = 100 stieg um +3,5% gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2016 wurden +0,6% berechnet.

Baupreisindex

Die Baupreisindizes wurden im Jahr 2015 ebenfalls einer Revision (neue Warenkörbe und neue Gewichtungsschemata) unterzogen, um eingetretene Änderungen in den Bautechnologien und Bauweisen sowie neue Bauleistungsbeschreibungen bei der Indexberechnung berücksichtigen zu können.

Im Hochbau betrug die Teuerung +2,7%, im  Wohnhaus- und Siedlungsbau +2,8%. Im Tiefbau sind die Preise um +1,4% gestiegen.

Weitere, detaillierte Informationen zu allen Indizes von Statistik Österreich finden sie im Internet unter http://www.statistik.at/web_de/statistiken/wirtschaft/preise/baupreisindex/index.html

Kontaktdaten

Landesstelle für Statistik

Postanschrift: Landhaus, 6901 Bregenz
Standortanschrift: Landhaus, 6900 Bregenz
T +43 5574 511 20155
F +43 5574 511 920197
statistik@vorarlberg.at

Kundenverkehr: Montag bis Freitag von 08.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung

Weitere Informationen

Preisentwicklung Lebenshaltung, Großhandel, Bau

Bezugsebene: Land Vorarlberg

Zeitraum: Jahr

Datenquelle: Landesstelle für Statistik