Der Prozess: Spitalscampus Vorarlberg - Phase 2 und 3
Alle Vorarlberger Krankenhäuser (LKH Bregenz, LKH Hohenems, LKH Feldkirch, LKH Bludenz, LKH Rankweil, KH Dornbirn, KH Stiftung Maria Ebene) haben sich zum „Spitalscampus Vorarlberg“ zusammengeschlossen – dies ist ein Teil des Gesundheitsprogramms „xsundblieba“. Ziel war es, eine sichere, qualitätsvolle und patient:innenorientierte Versorgung sowie attraktive Arbeitsplätze für Mitarbeiter:innen zu schaffen. Dafür war es notwendig, die bestehende Spitalsstruktur neu zu denken, indem Kompetenzen und Ressourcen gebündelt wurden.
Die Vorarlberger Spitäler werden in zwei Regionen Unterland (LKH Bregenz, KH Dornbirn, LKH Hohenems) und Oberland (LKH Feldkirch und LKH Bludenz) eingeteilt. Dazu kommen noch das KH Stiftung Maria Ebene in Frastanz für Suchterkrankungen sowie das LKH Rankweil mit der Spezialisierung auf Psychiatrie und Neurologie. Ziel war es, Fachbereiche wie zum Beispiel die Gynäkologie und Geburtshilfe, die Pädiatrie oder die Orthopädie/Traumatologie zu bündeln und pro Region einmal anzubieten. Durch diese Schwerpunktsetzungen wird beispielsweise die Behandlungsqualität gesteigert. Davon profitieren die Patient:innen: Je höher die Fallzahlen bei den Operationen und Behandlungen, desto höher ist das fachliche Niveau und die Erfahrung der Ärzt:innen und Pfleger:innen. Patient:innen können also darauf vertrauen, immer die modernsten Behandlungsmethoden, von hochqualifizierten Fachärzt:innen, am richtigen Ort zu erhalten. Für die Ärzt:innen und Pflegefachkräfte bedeutet die Kompetenzbündelung attraktivere Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten. Sie haben die Chance, ihre Expertise im jeweiligen Fachgebiet noch weiter zu vertiefen. Eine hervorragende Ausbildung für Fachkräfte anzubieten.
Partizipativer Prozess
Grundlage für die neue Spitalsstruktur bildet der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG), der auf Basis einer umfassenden Analyse der bestehenden Versorgung sowie einem partizipativen Prozess mit den Mitarbeiter:innen in den Krankenhäusern erarbeitet wurde. Im Sommer 2024 wurde die erste Phase des Beteiligungsprozesses abgeschlossen. Dabei stand die Entlastung der Mitarbeiter:innen im Mittelpunkt. Es wurden standortbezogene Maßnahmen pro Haus definiert und zur Umsetzung an die einzelnen Häuser übergeben. Als erstes Projekt wurde das Erstversorgungsambulatorium (EVA) im LKH Bregenz eröffnet. EVA sind den Fachambulanzen der Spitäler vorgelagert und sollen diese durch die Versorgung von nicht dringenden Fällen bzw. jener Patient:innen, die keine Versorgung in der Fachambulanz im Spital benötigen, entlasten. Zudem sorgen sie dafür, dass Patient:innen in dringenden Fällen rasch in die entsprechende Fachambulanz überführt werden. Die Ausweitung auf weiterem Spitäler wird derzeit vorbereitet. Weitere Maßnahmen aus der Phase eins, die zur Umsetzung an die Häuser übergeben wurden, sind zum Beispiel: Notaufnahmen, Elektive Aufnahmestationen oder Wochenstationen.
Im Mai 2025 startete der Auftakt in die Phasen zwei und drei - mit den fächerspezifischen, partizipativen Strukturdialogen. Dabei ging es um die Anpassung der Versorgungsstrukturen an die aktuellen Herausforderungen auf finanzieller, personeller und demografischer Ebene.
Das heißt: In 14 Fachbereichen wurden verschiedene Arbeitshypothesen von Ärzt:innen, Pflege, dem Betriebsrat, der Ärztekammer und der Verwaltung diskutiert. Die Rückmeldungen sind in die weiteren Überlegungen eingeflossen. Zudem wurden alle Maßnahmen und Anregungen durch eine externe Begleitung geprüft.
Folgende Fachrichtungen wurden in die partizipativen Strukturdialoge eingebunden:
- Urologie
- Orthopädie/Traumatologie
- Gynäkologie und Geburtshilfe
- Pädiatrie
- Dermatologie
- Akutgeriatrie, Gerontopsychiatrie und Nachsorge
- Psychiatrie, Psychosomatik und Sucht
- Anästhesie
- Innere Medizin
- Augenheilkunde
- Chirurgie
- Radiologie
- Neurologie
- Onkologie
Die Ergebnisse liegen nun vor und sind transparent abrufbar unter: presse.vorarlberg.at