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Let’s talk democracy: Jugendliche zeigen Wege für mehr Akzeptanz von Unterschieden auf

Im Herbst 2024 sorgten rassistische Schmierereien im Montafon für Aufsehen. Jugendliche griffen das Thema auf – und initiierten daraus einen vorbildlichen Beteiligungsprozess.

Im Herbst 2024 lösten Schmierereien an Ortstafeln in Schruns und Bartholomäberg große Betroffenheit aus. Auf einer Tafel prangte etwa die Aufschrift „Achtung Ausländer“. Die Jugendliche Lilli V. konnte das nicht einfach so stehen lassen und brachte das Ereignis ins Jugendforum Montafon ein. In der Folge organisierte das Jugendforum gemeinsam mit Elke Martin (Jugendkoordinatorin Stand Montafon) und Martina Eisendle (Prozessbegleitung) einen moderierten Beteiligungsprozess. Dieser konnte im Rahmen des von der EU geförderten LEADER-Projekts umgesetzt werden. Am 24. April 2025 wurden die Ergebnisse von den Jugendlichen vorgestellt und gemeinsam mit entscheidungstragenden Personen diskutiert.



Jugendliche diskutieren, was es braucht

Bei einem Workshop am 22. Februar 2025, trafen sich 13 Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren aus dem Montafon, um der Frage nachzugehen: „Wie gelingt uns eine bessere Akzeptanz von Unterschieden im Montafon?“ Diese Gruppe bildete sich auf Basis eines breiten Einladungsprozesses. Es wurde sowohl über Zufallsauswahl als auch durch das Jugendforum und via Social Media Bewerbung eingeladen. In einem strukturierten  Prozess erarbeiteten sie Botschaften an vier Zielgruppen: Politik, Medien, Schulen und Eltern.


Eine Botschaft an die Politik war der Wunsch nach mehr Einsatz für soziale Gerechtigkeit, um ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Zudem betonten die Jugendlichen, dass sie bei Veranstaltungen nicht als bloße „Showobjekte“ für politische Inszenierungen dienen möchten. Sie wünschen sich Gespräche auf Augenhöhe. Von den Medienschaffenden erhoffen sich die Jugendlichen mehr Berichterstattung über positive Entwicklungen – denn schlechte Nachrichten seien überpräsent. Deutlich wurde auch die Kritik an der uneinheitlichen Berichterstattung bei Straftaten: „Sagt die Herkunft der Täter immer dazu – oder nie. Trefft dazu eine Vereinbarung!“, so eine klare Botschaft der Jugendlichen.


An die Eltern richtete sich der Wunsch nach mehr Raum für echte, offene Gespräche. Und von den Schulen erwarten sich die Jugendlichen stärkere politische Aufklärung, etwa über Wahlprogramme, sowie Angebote wie Workshops zu Gleichberechtigung, um gesellschaftliche Themen aktiv zu bearbeiten.


Entscheidungstragenden Personen hören zu und nehmen Aufgaben mit

Am 24. April 2025 wurden die erarbeiteten Botschaften bei einem gemeinsamen Treffen mit Entscheidungsträger*innen aus Politik, Bildungswesen, Medien und Elternvertretungen von den Jugendlichen präsentiert und gemeinsam diskutiert.

Für die Zielgruppe Politik waren Landtagsabgeordnete aller Parteien sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Montafon anwesend. Die Zielgruppe Medien war am 24. April durch Chefredakteurinnen und Chefredakteure und Redaktionsleitungen von ORF, VOL.AT, Marie, der NEUE und den Vorarlberger Nachrichten vertreten. Für die Zielgruppe Schule nahmen Vertreterinnen und Vertreter zweier Montafoner Schulen sowie eine Vertretung der Bildungsdirektion teil. Die Zielgruppe Eltern setzte sich aus Eltern Jugendlicher aus dem Montafon sowie Vertreterinnen und Vertreter der Offenen Jugendarbeit Montafon und des Landeselternverbands zusammen.

Die Rückmeldungen der entscheidungstragenden Personen fielen durchwegs positiv aus. Im direkten Austausch wurden konkrete To-Dos formuliert: So plant die Bildungsdirektion, einen Workshop zum Thema Gleichberechtigung an einer Montafoner Schule umzusetzen. Mit der Elternvertretung entstand die Idee eines digitalen Stammtischs, bei dem Kinder ihre Bedürfnisse gegenüber den Eltern formulieren können. Einige Politikerinnen und Politiker signalisierten, künftig stärker Formate zu nutzen, die Jugendliche ansprechen, um in einen echten Dialog zu kommen. Und mindestens ein Medienschaffender nahm sich das Ziel mit, im Redaktionsteam eine einheitliche Regelung zur Nennung der Herkunft bei Straftaten zu etablieren.


Ein Anfang, der weiterführt

Der Beteiligungsprozess macht deutlich: Wenn Jugendliche die Möglichkeit haben, sich aktiv einzubringen, entstehen konkrete Impulse für eine respektvolle und offene Gesellschaft. Der Austausch vom 24. April soll daher nicht das Ende, sondern der Auftakt für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen und entscheidungstragenden Personen im Montafon sein.


 

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