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Starke Bahn, geschützter Lebensraum - Land übergibt Forderungspaket an ÖBB

Land fordert Aufnahme der Kapazitätserweiterung ins Zielnetz 2040, Prüfung unterirdischer Varianten und rasche Zweigleisigkeit Lustenau–Hard/Fußach

Das Land Vorarlberg hat den ÖBB ein Forderungspaket für den Bahnausbau im Unteren Rheintal übergeben. Ziel ist ein leistungsfähiger und siedlungsverträglicher Ausbau zwischen Wolfurt und der deutschen Grenze, der die Kapazität erhöht, Engpässe – insbesondere zwischen Bregenz und Lochau – beseitigt und gleichzeitig Lebensqualität sowie das Bodenseeufer schützt. Grundlage ist eine gemeinsame Position von Land, Gemeinden, Wirtschaftskammer und der Initiative mehramsee; ein Landtagsbeschluss vom 31. Jänner 2024 schließt oberirdische Gleiszulegungen in dicht besiedelten Bereichen und am Seeufer aus. Der Bedarf wird mit Anforderungen der Exportwirtschaft, der Rolle des öffentlichen Verkehrs im Rheintal, der TEN-T-Anbindung sowie der Überlastung der Infrastruktur begründet.

Das übergebene Forderungspaket umfasst unter anderem:

• Aufnahme der Kapazitätserweiterung im Unteren Rheintal (Modul Rheintal) in das Zielnetz 2040 und baldige politische Beschlussfassung.

• Variantenuntersuchung einer unterirdischen Lösung zwischen Vorarlberg und Deutschland (Unterflurtrasse und Pfändertunnel), inklusive Prüfung der Rolle des Güterbahnhofs Wolfurt als Mobilitätsdrehscheibe für Güter- und Personenfernverkehr.

• Rasche Planung und Umsetzung des zweigleisigen Ausbaus Lustenau–Hard/Fußach (im Rahmenplan 2027–2032 vorgesehen).

• Gemeinsame Planungsschritte mit dem Land Vorarlberg und den betroffenen Gemeinden; keine (längere) Unterbrechung des laufenden Bahnverkehrs während der Bauzeit.

• Prüfung von EU-Kofinanzierungsmöglichkeiten (TEN-T, CEF, Interreg).

• Frühzeitige Abstimmung mit Deutschland und der Schweiz sowie Einbettung in die grenzüberschreitende Entwicklung der Bodenseeregion.

• Prüfung der Notwendigkeit einer „Strategischen Prüfung Verkehr“, da keine Hochleistungsstrecke erforderlich ist.

• Sachliche Bewertung des Schweizer Vorschlags zur Führung des Railjets Zürich–Wien ab 2038 über St. Gallen–St. Margrethen–Dornbirn sowie des geplanten Ausbaus Zürich–München.

Politisch wird Siedlungsverträglichkeit als Maßstab betont, mit klarer Präferenz für unterirdische Lösungen und der Forderung, den Bahnbetrieb während der Bauzeit weitgehend aufrechtzuerhalten. Wirtschaftlich wird der Ausbau als wesentlich für verlässliche Takte, mehr Güter auf der Schiene und die Stärkung des Logistikknotens Wolfurt gesehen. Die Wirtschaftskammer unterstreicht den nötigen Schulterschluss und fordert eine leistungsfähige, zeitnah realisierbare Unterflurlösung, unabhängig vom konkreten Trassenverlauf. Bregenz begrüßt die Aufnahme in das Zielnetz 2040 und ruft zu koordiniertem Vorgehen von Bund, Land, ÖBB und Gemeinden auf. Insgesamt lautet die gemeinsame Haltung: Kapazität erhöhen, Engpass überwinden und den Lebensraum schützen; erwartet werden eine strukturierte Variantenprüfung und die gemeinsame Festlegung der Bestvariante mit Bund und ÖBB. Mehr dazu