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Archivale des Monats Juli 2026

Mitteilung des Deutschösterreichischen Staatsamtes für Inneres und Unterricht, 6. September 1919

Echt abgestempelt

Österreich befand sich nach dem Ersten Weltkrieg währungspolitisch in einer schwierigen Lage. Die „Krone”, die letzte Währung der Monarchie, konnte nicht wie geplant in einem gemeinsamen Währungsverband der Nachfolgestaaten gehalten werden. Bis zur Einführung einer neuen, eigenen Währung wurden die alten Kronen von den jeweiligen Nachfolgestaaten daher abgestempelt. Österreich stempelte ab dem 12. März 1919 „DEUTSCHÖSTERREICH” auf seine Banknoten. Aufgrund der positiven Kursentwicklung dieser gestempelten Banknoten kam es zu vermehrten Fälschungen der Stempel auf den 1000- und 10-Kronen-Scheinen.

Um die Annahme gefälschter Banknoten durch staatliche Behörden zu verhindern, wies das Staatsamt für Finanzen über das Deutschösterreichische Staatsamt für Inneres und Unterricht die Vorarlberger Landesregierung auf die Merkmale einer misslungenen Fälschung einer 1000-Kronen-Banknote hin: Die Herstellungsart der gefälschten Note weiche von der üblichen Methode des Lichtdrucks ab und sei mit Hilfe von Plattendruck erfolgt. Zudem sei die Ausführung mangelhaft und die Notenbilder verschwommen. Hervorgehoben wurden das Fehlen von Details am Frauenporträt auf der Banknote sowie die mangelnde Dreidimensionalität. Außerdem stimme die Farbe des Hintergrunds nicht. Im Gegensatz zu den Originalen, die grünbraun gedruckt werden, sei die Fälschung zusätzlich blau gefärbt. Die Serien- und Nummernbezeichnung sowie der deutsch-österreichische Stempel [seien] separat in roter Farbe aufgedruckt [worden].

Die Aufklärung über die Fälschung dürfte damals sehr hilfreich gewesen sein. Durch die Hyperinflation in den frühen 1920er-Jahren und dem darauffolgenden Währungswechsel zum „Schilling” wurde das Problem der Kronenfälschung jedoch obsolet.

| Madita Peter

Quelle: VLA, Amt der Vorarlberger Landesregierung I, Abt. II-4680/1919.

 

Literatur:

  • Geldmuseum der Österreichischen Nationalbank, Österreichische Geldgeschichte. Vom Mittelalter bis zum Euro, Österreichische Nationalbank. Wien 22020-Chronik).

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