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Aktuelle Meldungen

Hier finden Sie aktuelle Meldungen rund um das Gesundheitsprogramm „xsundblieba“


Medieninformation Donnerstag, 06.11.2025


Spitalscampus Vorarlberg
Fahrplan für zukünftige Spitalsversorgung in Vorarlberg steht

Unter dem Zielbild „Spitalscampus Vorarlberg“ wird das Spitalswesen im Land neu organisiert und damit auf demografische, personelle und finanzielle Herausforderungen reagiert. Ziel ist es, eine sichere, qualitätsvolle und bedarfsgerechte Versorgung für die PatientInnen sowie attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze für alle MitarbeiterInnen sicherzustellen. In einem umfassenden partizipativen Prozess wurde nach mehrjähriger Vorbereitung die bestehende Spitalsstruktur von mehr als 300 VertreterInnen aus dem Gesundheitsbereich analysiert und diskutiert – nun liegen die konkreten Ergebnisse vor. Die Detailplanung auf Bundesländerebene ist für die Versorgungsstrukturen in den verschiedenen Bereichen der Gesundheitsversorgung für einen gemäß Österreichischer Strukturplan Gesundheit (ÖSG) definierten Planungshorizont in den Regionalen Strukturplänen Gesundheit auf Grundlage der Vorgaben des ÖSG und der Verordnung zum ÖSG für Mindestinhalte darzustellen.

 

Alle fünf Jahre erfolgt auf Bundesländerebene aufbauend auf den Vorgaben des ÖSG die Detailplanung der Leistungsbereiche an den einzelnen Krankenhaus-Standorten. Diese fließen in den Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) 2030 ein, der bis Ende 2025 beschlossen und auf Bundesebene verordnet wird. Der RSG sieht verbindliche Vorgaben für die regionale Gesundheitsversorgung im intra- und extramuralen Bereich vor.

Im Rahmen dieses RSG 2030 wurde für die Vorarlberger Gesundheitsversorgung nun ein neues Zielbild entwickelt: Der Fokus liegt klar auf dem Ausbau der ambulanten und wohnortnahen Versorgungsangebote (zum Beispiel 1450, Telemedizin, Primärversorgungseinheiten) sowie der gezielten Kompetenzbündelung in den Krankenhäusern. „Um die Spitalsversorgung zukunftsfit zu machen, braucht es moderne Strukturen sowie einen effizienten Einsatz von personellen und finanziellen Ressourcen. Nur so können wir in Zukunft eine hochwertige medizinische Versorgung für alle VorarlbergerInnen sicherstellen“, erklärt Landeshauptmann Markus Wallner. Damit wird auch der Empfehlung des Landesrechnungshofs, Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln, Rechnung getragen.

Warum strukturelle Maßnahmen jetzt notwendig sind

Zentrale Aufgabe heute ist es, die Vorarlberger Patientenversorgung auch noch in zehn und mehr Jahren in hoher Qualität aufrecht erhalten zu können und gleichzeitig attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze anzubieten.

Die demographischen Entwicklungen der kommenden Jahre bedeuten für die Spitalsstrukturen große Herausforderungen. Wesentlich dabei ist der Fachkräftemangel, der durch immer weniger junge Menschen, die in Gesundheitsberufe einsteigen, und der gleichzeitigen Pensionierungswelle von geburtenstarken Jahrgängen bestehender Fachkräfte, verursacht wird.

Weiter verschärft wird diese Herausforderung durch den größer werdenden Wunsch nach Teilzeitbeschäftigung bei gleichzeitig steigenden Trends zur medizinischen Spezialisierung sowie zur Ambulantisierung, also einer ambulanten oder tagesklinischen Versorgung ohne stationäre Aufnahme.

Aufgrund der demografischen Entwicklung ist zudem zu erwarten, dass die Frequenz der Arztbesuche und Spitalsleistungen weiter ansteigen wird. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass ältere Bevölkerungsgruppen häufiger medizinische Betreuung benötigen.

„Die Ausgaben für über 65-Jährige werden bereits im Jahr 2025 rund 48 Prozent der gesamten Ausgaben für die ambulante und stationäre Versorgung in Vorarlberg ausmachen. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden sich diese Kosten bis 2050 voraussichtlich mehr als verdoppeln“, verdeutlicht Johannes Hohenauer, Geschäftsführer der BDO Health Care Consultancy, als externer fachlicher Prozessbegleiter. Bereits 2030 werden die Ausgaben für über 65-Jährige erstmals jene für unter 65-Jährige übersteigen. Hohenauer: „Die Anpassung der Strukturplanung im Rahmen des RSG 2030 ist daher von hoher Dringlichkeit. Durch den Ausbau ambulanter Angebote werden stationäre Kapazitäten gezielt entlastet und Gesundheitsausgaben langfristig optimiert.“

Mehrjähriger Prozess mit breiter Einbindung im Jahr 2025

Die Planung der Vorarlberger Spitalsversorgung ist ein laufender Prozess, der in den letzten Jahren aufgrund der größeren Herausforderungen deutlich intensiver geführt wurde.

Was die Spitäler als Speerspitze der Versorgung betrifft, wurden bereits seit 2014 rund 40 fächerspezifische Dialoge unter Einbindung aller Vorarlberger Krankenhäuser und politischer VertreterInnen durchgeführt. Dieser Prozess wurde 2020 unter dem Titel „Mein Spital 2030“ fortgesetzt. Mehrere Fächer wurden geprüft und erste Ergebnisse 2022 unter dem Titel „Spitalscampus Vorarlberg“ vorgestellt.

2023 wurden zwei große Spitalspakete mit Blick auf Mitarbeitende, PatientInnen und strukturelle Aufgaben beschlossen. Teile davon waren unter anderem die umgesetzten Gehaltsreformen für Ärzteschaft und Pflege, die Öffnung der Pflegeausbildung auch ohne Matura – von der Lehre bis zum Studium oder die Stärkung der Patientenlenkung durch die Übernahme der telefonischen Gesundheitsberatung 1450. Für die Weiterentwicklung der Spitalsstrukturen erfolgte der Startschuss für einen intensiven, mehrstufigen Beteiligungsprozess.

In Phase I stand die Entlastung der MitarbeiterInnen in den Krankenhäusern im Fokus. Im Sommer 2024 wurden standortbezogene Maßnahmen pro Haus definiert und die Umsetzung beauftragt. Das erste realisierte Projekt war die Eröffnung des Erstversorgungsambulatoriums (EVA) im LKH Bregenz im Oktober 2024.

EVA sind den Fachambulanzen der Spitäler vorgelagert und sollen diese durch die Versorgung von nicht dringenden Fällen bzw. jener PatientInnen, die keine Behandlung in der Fachambulanz im Spital benötigen, entlasten.

Die Phase II startete im Frühjahr 2025 mit 14 fächerspezifischen, partizipativen Strukturdialogen, welche das Herzstück des Prozesses bildeten. Mehr als 300 VertreterInnen aus Ärzteschaft und Pflege sowie BetriebsrätInnen, Mitglieder der Ärztekammer und weitere Systempartner haben die bestehenden Versorgungsstrukturen diskutiert. „Wir haben für die Erarbeitung des Spitalscampus Vorarlberg auf die Expertise unserer ÄrztInnen und Pflegefachkräfte zurückgegriffen, diese mit dem fachlichen Know-how des Landes ergänzt und beides mit einer externen fachlichen Begleitung zusammengeführt. Dieser partizipative Ansatz ist wesentlich, weil er die zukünftige Versorgungslandschaft in Vorarlberg nachhaltig prägt“, betont Landesrätin Martina Rüscher. Parallel dazu erfolgten interne Bearbeitungen, Kalkulationen und weitere inhaltliche Klärungen.

Die Ergebnisse für den RSG 2030

In 17 Fächern wurden Maßnahmen für eine zukunftsfitte Entwicklung der Spitalsversorgung im gesamten Bundesland definiert.

Jetzt liegen die konkreten Ergebnisse für den RSG 2030 vor. Damit verbunden ist unter anderem die moderate Anpassung der stationären Betten von 1792 auf 1785 (exkl. 10 Betten Hospiz und 83 für die Versorgung von suchterkrankten Menschen). Währenddessen soll die Anzahl der ambulanten Behandlungsplätze (zum Beispiel tagesklinische Angebote) signifikant von 55 auf 163 erhöht werden. Diese Entwicklung spiegelt eine stärkere Gewichtung der ambulanten Versorgung wider, um flexibler und bedarfsorientierter auf die Bedürfnisse der PatientInnen eingehen zu können.

Laut ÖSG werden die Vorarlberger Spitäler in die zwei Versorgungsregionen Unterland (LKH Bregenz, KH Dornbirn, LKH Hohenems) und Oberland (LKH Feldkirch, LKH Bludenz) eingeteilt. Die spezialisierte stationäre Versorgung wird vorrangig im Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch konzentriert, die Grundversorgung erfolgt im Wesentlichen über die weiteren Standorte der Akutversorgung. Die Akut- und Notfallversorgung ist somit für die Menschen in Vorarlberg zu jeder Zeit, in jedem Vorarlberger Spital gesichert. Hinzu kommen das LKH Rankweil mit der Spezialisierung auf Psychiatrie und Neurologie sowie das KH Stiftung Maria Ebene in Frastanz für PatientInnen mit Suchterkrankungen.

Spitalscampus Vorarlberg ab 2030 – alle Leistungen und Spezialisierungen im Überblick

 

 

FACHGEBIET MASSNAHMEN & ANMERKUNGEN
1 Gynäkologie und Geburtshilfe

Verlagerungen: Bludenz → Feldkirch, Dornbirn → Bregenz

Einrichtung eines Eltern-Kind-Schwerpunkts in Bregenz

2 Pädiatrie inkl. Neonatologie

Etablierung eines Eltern-Kind-Schwerpunkts in Bregenz

standortübergreifende Abstimmung pädiatrischer und neonatologischer Strukturen im Kompetenzverbund Pädiatrie

3 Orthopädie und Traumatologie

Aufbau eines Ortho-/Traumaschwerpunkts in Dornbirn inkl. Verlagerung der Leistungen aus Bregenz nach Dornbirn und von Hohenems (kons. Ortho) nach Dornbirn

Etablierung eines Traumanetzwerks Vorarlberg/Tirol zur Sicherstellung der leitlinienkonformen Traumaversorgung in Vorarlberg

4 Urologie

Zusammenführung der Abteilungen

vollständige Verlagerung nach Feldkirch bis 2030

5 Neurologie

Verlagerung der gesamten Akut-Neurologie von Rankweil nach Feldkirch (inkl. akutneurologische Stationen und Nachsorge B),Umsetzung abhängig von Realisierung Masterplan Bau Feldkirch

6 Psychiatrie, Psychosomatik und Sucht

Neubau am LKH Rankweil für stationäre Versorgung

Neues Angebot: Kinder-/Jugend-Psychosomatik

Neuaufstellung der Suchtversorgung in Abstimmung zwischen KHBG und Maria Ebene

7 Dermatologie

Verlagerung von Feldkirch nach Hohenems (Planung in 2026, Umsetzung u.a. abhängig von baulichen Voraussetzungen)

Ausbau der dermatologischen Onkologie

8 Augenheilkunde

Verlagerung elektiver ambulanter Eingriffe für das Unterland (z. B. Katarakt und IVOM) von Feldkirch nach Bregenz

Entlastung der räumlichen Kapazitäten in Feldkirch

9 Onkologie

Internistische Onkologie in Feldkirch mit zentraler Versorgungvon Rankweil nach Feldkirch

Tagesklinische Versorgung im Unterland

10 Anästhesie

Optimierung der Notfallaufnahmen

Ausbau Intensivmedizin und ambulanter OP-Kapazitäten in Feldkirch

Entwicklung standortübergreifender Konzepte bis 2026

11 Radiologie

Anpassung der Grundversorgung im Unterland

Einrichtung eines zweiten MRTs in Feldkirch für die Akut-Neurologie und Bestrahlungsplanung

Entwicklung standortübergreifender Konzepte Oberland/ Unterland

12 Chirurgie

Entwicklung eines ambulanten OP-Bereichs in Feldkirch

13 Neurochirurgie

Etablierung eines Traumanetzwerks Vorarlberg/Tirol zur Sicherstellung der neurochirurgischen Versorgung in Vorarlberg durch verlängerte Tagdienste und fachärztliche Rufbereitschaft

14 Innere Medizin

Keine Änderungen der Öffnungszeiten und Strukturen geplant

Entlastung durch EVA-Konzepte

Zentrale Notaufnahmen in Planung

15 Akutgeriatrie

Etablierung neuer Akutgeriatrien im Ober- und Unterland

16 Remobilisation und Nachsorge

Synergieplanung mit Remobilisation/Nachsorge und Überleitungspflege

17 Strahlentherapie

Etablierung eines vierten Linearbeschleunigers in Feldkirch

 

Die zukünftige Spitalsversorgung findet sich in einer interaktiven Spitalslandkarte auf www.vorarlberg.at/xsund abgebildet.

 

Der Nutzen im Überblick

Mit dem „Spitalscampus Vorarlberg“, als wichtiger Teil des Vorarlberger Gesundheitsprogramms „xsundblieba“ werden die strukturellen Weichen für die Zukunft einer hochwertigen medizinischen Versorgung im Land gestellt.

Für die PatientInnen: Durch die Spezialisierungen und Zusammenführung von Abteilungsstandorten wird die Behandlungsqualität nochmals gesteigert – davon profitieren alle PatientInnen: Denn je höher die Fallzahlen bei den Operationen und Behandlungen, desto besser ist das fachliche Niveau und die Erfahrung der ÄrztInnen und PflegerInnen. „Die Vorarlberger Bevölkerung kann somit darauf vertrauen, immer die modernsten Behandlungsmethoden, von hochqualifizierten FachärztInnen, am richtigen Ort zu erhalten“, so Landesrätin Rüscher weiter.

Durch die Steigerung der Fallzahlen profitieren PatientInnen von mehr Erfahrung und Routine der medizinischen Teams, was nachweislich zu besseren Behandlungsergebnissen führt.

In größeren Teams sind Spezialisierungen leichter und stabiler aufbaubar, dadurch steigt die Versorgungsqualität deutlich.

Mit gebündelten Investitionen in Medizintechnik und Infrastruktur erhalten PatientInnen Zugang zu modernen diagnostischen und therapeutischen Verfahren – und das stets am neuesten Stand der Technik.

Die gezielte PatientInnenlenkung sorgt dafür, dass Menschen genau dort behandelt werden, wo das höchste Maß an fachlicher Kompetenz für ihr individuelles Krankheitsbild geboten wird.

Größere Teams erhöhen die Ausfallsicherheit und gewährleisten eine kontinuierliche und verlässliche Versorgung.

Der Ausbau ambulanter und tagesklinischer Angebote reduziert stationäre Krankenhausaufenthalte.

Für Mitarbeitende: Für die ÄrztInnen und Pflegefachkräfte bringen diese Spezialisierungen attraktivere Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten. Sie haben die Chance, ihre Expertise im jeweiligen Fachgebiet noch weiter zu vertiefen und Spezialisierungen anzubieten. Die Zusammenführung der Personalpools ermöglicht zudem flexiblere Arbeitszeitmodelle und stabilere Dienstpläne.

Für die Finanzierung: Durch die Standortbündelungen im Unter- und Oberland können rund 10,9 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Damit werden auch die Vorarlberger Gemeinden finanziell entlastet, die entsprechend ihrem Bevölkerungsschlüssel den Betrieb aller Vorarlberger Spitäler mitfinanzieren.

Weitere Schritte und Ausblick

Die Umsetzung des „Spitalscampus Vorarlberg“ macht eine langfristige Planung notwendig und erfolgt daher schrittweise über mehrere Jahre.

Mit 2026 erfolgt die organisatorische Fächerzusammenführung und beginnt die Planung und Vorbereitung der Übersiedelungen, ab 2028 soll die Bündelung der Fachbereiche erfolgen. Das bedeutet: „Es werden zuerst die notwendigen Rahmenbedingungen wie beispielsweise bauliche Adaptierungen für die neuen Prozesse und Strukturen geschaffen, bevor es zur Umsetzung kommt“, verdeutlicht Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft. Die Neustrukturierung soll spätestens bis 2030 abgeschlossen sein.

Auch über den RSG 2030 hinaus ist eine weitere Zusammenführung der stationären und tagesklinischen Angebote insbesondere im Unterland sinnvoll und notwendig. Die Zielsetzungen und Investitionsbedarfe dafür werden aufbauend auf den Maßnahmen des RSG 2030 erarbeitet. Priorität in der baulichen Umsetzung hat die Investition am Schwerpunkthaus Feldkirch, diese Schritte werden in den kommenden Jahren gemeinsam weiter entwickelt. Eine weitere Bündelung wird jedenfalls in einem Landeskrankenhaus im Unterland erfolgen.

Gesundheitsprogramm „xsundblieba“Der Spitalscampus Vorarlberg ist Teil des Gesundheitsprogramms „xsundblieba“ und bildet die Speerspitze in der Gesundheitsversorgung. Um die hohe Versorgungsqualität langfristig sicherstellen und die Krankenhäuser gleichzeitig entlasten zu können, müssen alle Ebenen im Gesundheitssystem gut zusammenspielen. Ganz nach dem Grundsatz: digital, vor ambulant, vor stationär. Alle Informationen rund um das Gesundheitsprogramm „xsundblieba“ sowie aktuelle Entwicklungen – vom Ausbau der digitalen und ambulanten Angebote bis zum Spitalscampus Vorarlberg – sind auf der Informationsplattform www.vorarlberg.at/xsund sowie in der App Xsund abrufbar. Ebenso die Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Spitalscampus Vorarlberg und Gesundheitsprogramm „xsundblieba": www.vorarlberg.at/-/faq-xsundblieba

Statements

„Ich erhoffe mir vom Spitalscampus Vorarlberg, dass wir unseren PatientInnen in der Qualität das gewährleisten können, was in Vorarlberg dringender notwendig ist als in anderen Bundesländern. Denn wir haben keine Universitätsklinik. Das bedeutet, unsere einzelnen Abteilungsteams sind mehr gefragt, Expertise zu entwickeln, um den PatientInnen möglichst viel bieten zu können.

Wir haben sehr viele junge MedizinerInnen auszubilden und in das Fach einzuführen. Auch dafür müssen wir uns professioneller aufstellen: Damit wir ausreichend Zeit und Ressourcen haben, diese KollegInnen gut und hochspezialisiert auszubilden – und sie langfristig im Land zu halten.“

Chefarzt Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Huemer, Primararzt der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde und Chefarzt am Landeskrankenhaus Bregenz

„Die Pflege ist und wird auch in naher Zukunft ein Mangelberuf bleiben. Umso entscheidender ist es, die Rahmenbedingungen für Pflegekräfte nachhaltig zu verbessern und den Beruf langfristig attraktiv zu gestalten. Der Spitalscampus Vorarlberg ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Wir nutzen Synergien, vermeiden Doppelgleisigkeiten und sorgen dafür, dass mehr pflegerische Expertise direkt in die Versorgung unserer PatientInnen fließen kann. Durch eine gemeinsame Struktur können wir Fachlichkeiten gezielt vertiefen und Organisationseinheiten optimal auf die richtige Größe abstimmen.

Das steigert nicht nur die Effizienz, sondern vor allem die Qualität der Pflege.

Besonders für junge KollegInnen schaffen wir ein Umfeld, in dem Weiterbildung, Spezialisierung und interdisziplinäre Teamarbeit selbstverständlich sind. Der Campus bietet moderne Arbeitswelten, klare Entwicklungsperspektiven und eine echte Kultur der Zusammenarbeit. Das macht Pflege nicht nur fachlich spannender, sondern stärkt auch die langfristige Bindung an den Beruf – und am Standort Vorarlberg.

Wir stehen vor großen Herausforderungen, den zukünftigen Personalbedarf zu decken. Die demographische Entwicklung lässt keinen Zweifel daran, dass wir neue Wege gehen müssen. Mit dem Spitalscampus Vorarlberg schaffen wir einen zukunftsorientierten Arbeitsplatz, der den Bedürfnissen unserer MitarbeiterInnen gerecht wird und pflegerische Versorgung auf höchstem Niveau sicherstellt.

Unser Ziel ist klar: Pflege in Vorarlberg so zu gestalten, dass sie professionell, sinnstiftend und für kommende Generationen attraktiv bleibt.“

Pflegedirektor DGKP Bernd Schelling, MSc, MBA

„Vorarlberg ist ein relativ kleines Bundesland mit 400.000 EinwohnerInnen. Für die Bevölkerung die optimale Versorgung zu garantieren, wird uns nur gelingen, wenn wir unsere Ressourcen und unsere Energie bündeln. Das heißt, wenn wir unsere Anstrengungen an nur wenigen Orten konzentrieren. Jeder Patient, jede Patientin wünscht sich eine hohe medizinische Expertise möglichst wohnortnah. Die Nähe zum Wohnort ist hier im Land üblicherweise gegeben. Durch die Bündelung unserer Kräfte wollen wir erreichen, dass wir zu jedem medizinischen Thema eine ganz hohe Expertise anbieten können. Viele Mitarbeitende sehen Zufriedenheit am Arbeitsplatz darin, dass sie sich komplexen Themen mit hoher Expertise widmen können. Wenn wir spezielle medizinische Fragestellungen an einem Standort konzentrieren, werden wir genau dort diese zufriedenen MitarbeiterInnen finden.“

Prim. Univ. Doz. Dr. med. Wolfgang Hofmann

„Wer eine medizinische Organisation mit einer 24/7-Versorgung gewährleisten möchte, sieht sich vielen Herausforderungen gegenüber. Unter anderem werden die Fälle in der Gynäkologie, Onkologie und Geburtshilfe immer komplexer. Eine Entwicklung diagnostischer wie therapeutischer Möglichkeiten ohne Spezialisierungen wäre zudem nicht mehr bewältigbar. Des Weiteren besteht die Notwendigkeit eines familienfreundlichen Tätigkeitsarrangements und einer nachhaltigen Vereinbarkeit beruflicher Belastung mit individuellen und sozialen Bedürfnissen je nach Lebensphase.

Größere Teams in einer Abteilung mit höheren Fallzahlen sind diesen Herausforderungen besser gewachsen, weil es zum Beispiel eine höhere Resilienz gegenüber Ausfallsrisiken von MitarbeiterInnen gibt. Höhere Fallzahlen bieten bessere Möglichkeiten zur Spezialisierung und die Spezialisten können damit auch leichter vorgehalten werden. Außerdem sind Investitionen in High End Medizintechnik wie spezialisierte Ultraschalltechnik, OP-Equipment oder Robotic durch bessere Auslastung leichter möglich.“

Primararzt Dr. Michael Rohde, MBA, Leiter der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe LKH Bregenz/KH Dornbirn

Zur gesamten Pressemitteilung: Spitalscampus Vorarlberg


Medieninformation Freitag, 31.10.2025


Vorarlberger Spitalscampus: Partizipativer Prozess für eine zukunftsfitte Gesundheitsversorgung

Bregenz (VLK) – Wie in allen österreichischen Bundesländern und europäischen Gesundheitssystemen gilt auch in Vorarlberg: Nur durch die gezielte Bündelung personeller und finanzieller Ressourcen lassen sich hohe Versorgungsqualität und attraktive Arbeits- und Ausbildungsbedingungen langfristig sichern. Das Projekt „Vorarlberger Spitalscampus“ wird seit 2014 erarbeitet – stets unter Einbeziehung namhafter VertreterInnen der Spitäler und der Stadt Dornbirn. Bereits 2017 wurde von der Bundeseinrichtung Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) in einer vom Land veröffentlichten Studie eine Konzentration der Leistungsangebote in den Fächern Gynäkologie/Geburtshilfe, Pädiatrie und Orthopädie/Unfallchirurgie gefordert. 2022 wurde im Rahmen von „Mein Spital 2030“ ein neuer Diskussionsprozess gestartet. Seit Frühjahr 2025 läuft ein intensiver Beteiligungsprozess mit über 300 Mitwirkenden. Alle fünf Jahre werden im Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) auf Basis bundesweiter Vorgaben die stationären Versorgungsstrukturen festgelegt. Die aktuellen Arbeiten münden in den RSG 2030, der 2025 beschlossen und auf Bundesebene verordnet wird. Der Stadt Dornbirn wurden sämtliche Analysen und Unterlagen – rund 900 Seiten – zur Verfügung gestellt. Mit Verwunderung nimmt das Land Vorarlberg daher einzelne Aussagen in der aktuellen Diskussion zur künftigen Spitalsstruktur im Unterland zur Kenntnis.

 

Unter dem Titel „Vorarlberger Spitalscampus“ wird das Spitalsystem des Landes zukunftsfit gestaltet, um auf die großen Herausforderungen im Gesundheitsbereich – insbesondere demografisch, personell und finanziell – zu reagieren. Ziel ist es, die PatientInnenversorgung dauerhaft auf qualitativ hohem Niveau abzusichern und gleichzeitig gute, attraktive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden zu bieten.

Partizipativer Prozess

Bereits in den Jahren 2014, 2017 und 2018 wurden fächerspezifische Dialoge – stets unter Einbindung des Krankenhauses Dornbirn – und politischen Vertretern der Stadt Dornbirn durchgeführt. Es wurden in diesen Jahren etwa 40 gesundheitspolitische Dialoge durchgeführt. Das Ziel, eine aus fachlicher Sicht unbestreitbar notwendige, große Strukturveränderung innerhalb der Krankenhäuser Bregenz, Dornbirn und Hohenems bis zum Jahr 2025 durchzuführen, wurde damals nicht erreicht. Nach der Corona-Pandemie wurde mit der Initiative „Mein Spital 2030“ ein neuer Diskussionsprozess gestartet. 

Herzstück des derzeitigen Prozesses bilden die fächerspezifischen partizipativen Strukturdialoge, in denen über 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Pflege, Betriebsräten, Ärztekammer und weiteren Systempartnern die aktuelle Versorgungslage in insgesamt 14 Fachbereichen analysierten. Bei den Auftaktterminen in den 14 Fächern wurden unterschiedlichste Arbeitshypothesen diskutiert. In einigen der Fachbereiche wurden über den Sommer und im Herbst vertiefende Gespräche geführt. Parallel zur fachlichen Abstimmung wurden interne Bearbeitungen, Kalkulationen und weitere inhaltliche Klärungen vorgenommen. Auf dieser Basis laufen derzeit weiterhin Abstimmungen auf allen Ebenen.

Diese Ergebnisse werden seither fachlich weiter vertieft und abgestimmt – und je nach Rückmeldungen – angepasst. Wie in allen österreichischen Bundesländern und in europäischen Gesundheitssystemen gilt auch in Vorarlberg: Die gezielte Bündelung personeller und finanzieller Ressourcen ist Voraussetzung, um höchste Versorgungsqualität und attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplatzbedingungen langfristig zu sichern.

„Uns ist sehr bewusst, dass gerade offene, partizipative Prozesse auch Verunsicherung auslösen können – weil eben noch keine endgültigen Entscheidungen getroffen wurden. Gleichzeitig ist genau das die Voraussetzung für echte Mitgestaltung. Wir versuchen deshalb, diesen Prozess transparent und nachvollziehbar zu gestalten – wissend, dass das auch Geduld und Vertrauen braucht“, führt Landesrätin Martina Rüscher aus. „Beteiligung bedeutet, zuzuhören, gemeinsam Erarbeitetes kritisch zu prüfen und dort nachzuschärfen, wo es notwendig ist. Ziel bleibt, eine qualitativ hochwertige, moderne und für die kommenden Jahrzehnte tragfähige Gesundheitsversorgung sicherzustellen“, betont die Landesrätin.  

„Der RSG-Prozess in Vorarlberg zeichnet sich im Vergleich zu den Prozessen in anderen Bundesländern durch einen hohen Grad an Einbindung der Spitalsträger und der Mitarbeiterinnen in Medizin und Pflege aus. Solche offenen Dialogrunden, wie sie in Vorarlberg partizipativ gemacht worden sind, gibt es in keinem der anderen Bundesländer“, teilt Prozessbegleiter Johannes Hohenauer, BDO, mit. 

Entsprechend wurde auch die Stadt Dornbirn als Trägerin des städtischen Krankenhauses erneut aktiv eingebunden – sowohl in die fachlichen Dialogrunden als auch auf politischer Ebene. Der Stadt Dornbirn wurden alle verfügbaren Grundlagen und Analysen zur Verfügung gestellt: Rund 900 Seiten an Daten, Konzepten, Auswertungen und Prozessdokumentationen wurden übermittelt. Sie bilden den aktuellen Wissens- und Arbeitsstand ab und dokumentieren detailliert jene fachlichen und organisatorischen Grundlagen, auf die sich die laufenden Planungen stützen. Damit liegt sämtliches Material, das im derzeitigen Projektstadium erstellt und abgestimmt werden kann, offen vor.

Mit folgenden Fächern wurden Strukturdialoge durchgeführt: Urologie, Orthopädie/Traumatologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrie, Dermatologie, Akutgeriatrie, Gerontopsychiatrie und Nachsorge, Psychiatrie, Psychosomatik und Sucht, Anästhesie, Innere Medizin, Augenheilkunde, Chirurgie, Radiologie, Neurologie, Onkologie.

Die Ergebnisse aus dem partizipativen Prozess werden nächste Woche transparent präsentiert. Sämtliche Informationen sowie weiterführende Inhalte sind auf der Informationsplattform www.vorarlberg.at/xsund abrufbar.


Medieninformation Donnerstag, 16.10.2025


LR Rüscher: Gesundheitsprogramm „xsundblieba“ sichert zukunftsfähige Versorgung für Vorarlberg
Land veröffentlicht neue Informationsplattform rund um Prozess Spitalscampus

Bregenz (VLK) – Das Gesundheitsprogramm „xsundblieba“ bildet das starke Fundament für eine zukunftsfähige und moderne Gesundheitsversorgung in Vorarlberg. Mit dem neuen Programm soll die Vorarlberger Gesundheitsversorgung kontinuierlich weiterentwickelt und optimal an künftige Anforderungen angepasst werden. „Ziel unserer gemeinsamen Arbeit ist die Sicherstellung einer verlässlichen Gesundheitsversorgung in hoher Qualität für alle VorarlbergerInnen, die sie brauchen, und die Stärkung der Gesundheitskompetenzen. Über alle Maßnahmen wollen wir über die neue Website und unsere Xsund-App die Bevölkerung fortlaufend und transparent informieren“, erklärt Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. „Dabei werden alle Ebenen des Gesundheitssystems berücksichtigt und aufeinander abgestimmt, sowie auch die Zugänge erleichtert.“

 

Die Versorgung in Vorarlberg soll künftig noch stärker dem Modell einer „Versorgungspyramide“ folgen: angefangen bei digitalen Informations- und Beratungsangeboten inklusive 1450, über niedergelassene AllgemeinmedizinerInnen und Primärversorgungseinheiten sowie FachärztInnen, bis hin zu den Spitälern als Speerspitze der medizinischen Versorgung.

Neue Informationsplattform
Alle Informationen rund um das Gesundheitsprogramm „xsundblieba“ sowie aktuelle Entwicklungen – vom Ausbau der digitalen und ambulanten Angebote bis zum Spitalscampus Vorarlberg – sind ab sofort auf der neuen Online-Plattform www.vorarlberg.at/xsund abrufbar. Dort finden sich unter anderem auch weiterführende Hinweise zu Strategien, Gesundheitsberichten und zu konkreten Projekten im ganzen Land.

Kernpunkte und strategische Säulen
Die zentralen Säulen des Gesundheitsprogramms „xsundblieba“ sind:

  • Stärkung und Modernisierung der Spitalsstrukturen
  • Optimierung der Patientenlenkung für schnellere Versorgung und Entlastung der Spitäler
  • Hohe Priorität für eHealth durch Ausbau digitaler und telemedizinischer Angebote
  • Verbesserung der Versorgung und Betreuung chronisch Kranker, unter anderem durch Diabetes-Stützpunkte und spezielle Versorgungszentren
  • Nachhaltige Förderung gesunder Lebensjahre in allen Altersgruppen durch Prävention und Vorsorge
  • Hochwertige Ausbildung in Gesundheitsberufen und attraktive Karrieremodelle

Grundsatz: Digital vor ambulant vor stationär
Der Grundsatz lautet „digital vor ambulant vor stationär“ im Sinne einer „Lotsenfunktion“. So werden digitale Informations- und Beratungsleistungen massiv ausgebaut – von der Vorarlberger Gesundheitsapp „Xsund“ und der eHealth-Strategie bis zur telefonischen Gesundheitsberatung unter der Nummer 1450, die als erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Beschwerden und zur Vermittlung von Gesundheitskompetenzen weiter etabliert wird. Das eHealth-Angebot für die Bevölkerung wird durch Telemedizin, digitale PatientInnenakte (ELGA), digitale Befundung und die digitale Zuschaltung von NotärztInnen gestärkt und auf ein modernes Niveau gebracht.

„Die Digitalisierung bietet großes Potenzial, die Abläufe im Gesundheitswesen durchgängiger und effizienter zu gestalten und durch geeignete, digital unterstützte Services die Patientinnen und Patienten zum für den individuellen Fall bestmöglichen Betreuungspunkt zu bringen oder sogar direkt durch telemedizinische Anwendungen zu versorgen. In Vorarlberg soll – basierend auf den Zielen der österreichischen und der Vorarlberger eHealth-Strategie – der Schwerpunkt in den nächsten Jahren darauf liegen, die Vernetzung aller Gesundheitsdienstleister, von den Krankenhäusern über den niedergelassenen Bereich bis zu den nichtärztlichen Gesundheitsberufen über die Sektor- und Organisationsgrenzen hinweg zu fördern und verbessern. Dadurch soll nach dem Prinzip „digital vor ambulant vor stationär“ eine bestmögliche, durch digitale Prozesse unterstützte, integrierte Versorgung der Patientinnen und Patienten ermöglicht werden. Für die Bürgerinnen und Bürger soll über ein Gesundheitsportal ein zentraler digitaler Zugang zu qualitätsgesicherten Gesundheitsinformationen, ihren persönlichen, nach höchsten Sicherheitsstandards gespeicherten Gesundheitsdaten, und den in Vorarlberg verfügbaren digitalen Gesundheitsanwendungen geschaffen werden“, so Christian Haas, eHealth-Koordinator des Landes.

Wohnortnahe und abgestufte Versorgung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der regionalen ambulanten Angebote: Dazu zählen die drei Primärversorgungseinheiten in Bregenz, Hohenems sowie die Kinder-PVE Dornbirn, Diabetes-Stützpunkte sowie weitere Projekte, die auf der Informationsplattform zu finden sind.

Landesrätin Rüscher betont die Notwendigkeit, das Gesundheitssystem des Landes flexibel weiterzuentwickeln: „Eine verlässliche Gesundheitsversorgung in hoher Qualität für alle Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ist unsere Verpflichtung. Mit „xsundblieba“ machen wir unser Gesundheitssystem zukunftsfit. Wir stellen sicher, dass wir moderne Strukturen schaffen, damit die Menschen in unserem Land mehr gesunde Lebensjahre führen können und stets die beste medizinische Versorgung erhalten. Der Spitalscampus und die damit verbundenen Strategien sind dabei entscheidende Schritte, um auf komplexere Krankheitsbilder, mehr PatientInnen durch Demografie und Lebensweise und Fachkräftemangel entschlossen zu reagieren.“


Medieninformation Montag, 05.05.2025


Vorarlberger Spitalscampus nimmt Formen an
Landesrätin Rüscher: Begutachtungsentwurf zum Regionalen Strukturplan Gesundheit soll zu Jahresende vorliegen

Bregenz (VLK) – Der unter dem Titel „Vorarlberger Spitalscampus“ laufende Prozess geht ab heute (Montag, 5. Mai 2025) in die nächste Phase der Umsetzung. Ziel ist es, das Vorarlberger Spitalssystem zukunftsfit zu organisieren, um die demografischen, personellen und finanziellen Herausforderungen im Gesundheitswesen zu bewältigen, betont Landesrätin Martina Rüscher: „Es geht darum, weiterhin einerseits eine bedarfsgerechte Patientenversorgung in hoher Qualität sowie andererseits attraktive Arbeitsplätze für die Mitarbeitenden zu bieten.“

 

Die Planungen zum „Vorarlberger Spitalscampus“ wurden erstmals bei der Gesundheitskonferenz im Herbst 2023 vorgestellt. Die erste Phase des Prozesses, in der der Fokus auf Mitarbeitenden-Entlastung gerichtet war und die auch einen Beteiligungsprozess der Spitalsmitarbeitenden beinhaltete, wurde im Sommer 2024 abgeschlossen. Im Zentrum der nun startenden Phasen zwei und drei stehen die fächerspezifischen, partizipativen Strukturdialoge, die in zehn Fächern stattfinden und an denen VertreterInnen aus Ärzteschaft, Pflege, Betriebsrat und Verwaltung teilnehmen.

Über die Sommermonate hinweg sind weitere Abstimmungstermine geplant, um offene Punkte zu klären und den Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG 2030) weiter zu konkretisieren. Der Beschluss des Begutachtungsentwurfs ist bis Ende des Jahres vorgesehen.  


Medieninformation Donnerstag, 08.08.2024


Entlastung der Spitalsmitarbeitenden im Fokus

Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses aus Phase 1 liegen vor, Umsetzung in den Krankenhäusern erfolgt schrittweise ab Herbst.

Bregenz (VLK) – Unter dem Titel Vorarlberger Spitalscampus wird das Vorarlberger Spitalssystem zukunftsfit organisiert, um auf demografische Herausforderungen im Gesundheitssystem zu reagieren. Ziel ist die sichere und bedarfsgerechte Versorgung der PatientInnen mit hoher Qualität bei gleichzeitig attraktiven Arbeitsplätzen für die Mitarbeitenden. Erstmals vorgestellt wurden die Planungen bei der Gesundheitskonferenz im Herbst 2023. Die Phase eins des Prozesses mit Fokus auf Mitarbeitenden-Entlastung, die auch einen Beteiligungsprozess der Spitalsmitarbeitenden beinhaltete, ist nun abgeschlossen, informiert Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher.

Aufbauend auf Ergebnissen der Spitalsplanung fand im Frühjahr 2024 ein umfassender partizipativer Strukturdialog statt, in dessen Rahmen sich Landesrätin Rüscher mit den Mitarbeitenden aller fünf Landeskrankenhäuser austauschte. Diskutiert wurden Maßnahmen, mit denen die Belegschaft gezielt entlastet werden kann und die an den einzelnen Standorten jetzt eigenständig umgesetzt werden können. „Das Ergebnis dieses Beteiligungsprozesses liegt nun vor“, freut sich Rüscher: „Auf Basis der Empfehungen der Spitalsplaner sowie der wertvollen Impulse der Mitarbeitenden haben wir Maßnahmen definiert, die nun in die Umsetzung gehen.“ Derzeit bereiten die einzelnen Standorte die schrittweise Umsetzung der Maßnahmen vor.

Die Vorarlberger Krankenhäuser sind im „Spitalscampus Vorarlberg“ standortübergreifend vernetzt, was eine bessere Zusammenarbeit ermöglicht und die Schnittstellen in die niedergelassene Versorgung stärken wird. Die in der Phase 1 entwickelten Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Mitarbeitenden der Krankenhäuser bei gleichbleibender oder punktuell verbesserter Versorgung durch Struktur- und Prozessmaßnahmen zu entlasten. „Die Unterstützung und Entlastung der Krankenhausmitarbeitenden haben für uns Priorität. Unsere ÄrztInnen, Pflegekräfte, Gesundheits- und administrativen Dienste sind die Grundlage für ein funktionierendes Gesundheitssystem im Land“, betonte Rüscher. 

Standortbezogene Maßnahmen 
Die Maßnahmen wurden auf die Bedürfnisse der einzelnen Standorte abgestimmt. Bis Ende September soll die Umsetzung durch die Verantwortlichen der Krankenhäuser initiiert werden. Danach werden die Maßnahmen an den Standorten schrittweise umgesetzt. Ein Team des Landesgesundheitsfonds begleitet und unterstützt die Krankenhäuser bei der Umsetzung. 

Folgende Maßnahmen werden an den einzelnen Standorten umgesetzt:

LKH Feldkirch:

  • Pflegeüberleitung (für entlassungsbereite PatientInnen als Schnittstelle zur niedergelassenen Versorgung)
  • Erstversorgungsambulanz, kurz EVA (für die schnelle Versorgung und Triagierung von PatientInnen, die ohne Überweisung das Spital aufsuchen)
  • Zentrale Notaufnahme mit Aufnahmestation (zur Entlastung der Fachabteilungen insbesondere während der Nacht, erst am Folgetag werden PatientInnen bei Bedarf auf die jeweilige Station überstellt)
  • Elektive Aufnahmestation (zur Entlastung der Fachabteilungen)
  • Wochenstation (hat nur Montag bis Freitag geöffnet)
  • Ambulantisierung (Stärkung der ambulanten und tageschirurgischen Versorgung stationäre Übernachtung) 

LKH Bludenz: 

  • Erstversorgungsambulanz
  • Zentrale Notaufnahme mit Aufnahmestation 
  • Weiterer Ausbau der Ambulantisierung

LKH Rankweil: 

  • Pflegeüberleitung 
  • Ambulantisierung

LKH Hohenems:

  • Erstversorgungsambulanz

Städtisches Krankenhaus Dornbirn:

  • Erstversorgungsambulanz
  • Bedarfsprüfung für eine Zentrale Notaufnahme mit Aufnahmestation und für eine elektive Aufnahmestation
  • Bedarfsprüfung in Bezug auf Ambulantisierung

LKH Bregenz:

  • Pflegeüberleitung
  • Erstversorgungsambulanz 
  • Zentrale Notaufnahme mit Aufnahmestation
  • Bedarfsprüfung in Bezug auf die Ambulantisierung

Medieninformation Dienstag, 28.11.2023


Vorarlberg hat einen klaren Plan für die Spitäler
Landeshauptmann Wallner und Landesrätin Rüscher präsentierten Maßnahmen für moderne Spitalsstrukturen und gezielte PatientInnenlenkung

Bregenz (VLK) – „Wir wollen das hohe Niveau der Versorgung in unseren Spitälern erhalten und punktuell ausbauen“, sagte Landeshauptmann Markus Wallner im heutigen (Dienstag, 28. November) Pressefoyer bei der Präsentation des 2. Teils des Vorarlberger Spitalspakets gemeinsam mit Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher, KHBG-Direktor Gerald Fleisch und Health Care Experte Johannes Hohenauer. Es gelte den wesentlichen Entwicklungen im Gesundheitswesen Rechnung zu tragen, insbesondere der massiv zunehmenden Spezialisierung, dem Fortschritt bei den Möglichkeiten für ambulante Behandlungen sowie in der Digitalisierung. „Der wichtigste Schlüssel ist dabei das Personal, dementsprechend müssen wir alle Maßnahmen und Leistungen an den möglichen Personalressourcen orientieren“, betonte Wallner. Landesrätin Rüscher unterstrich die Zielsetzungen des Spitalspakets. „Wir stehen vor großen Herausforderungen, aber wir haben einen klaren Plan“, sagte sie.
 

Wallner verwies auf den kürzlich erzielten Abschluss des Finanzausgleichs zwischen Bund und Ländern. Das Ergebnis beschert Vorarlberg jährlich 23 Millionen Euro mehr, die für gesundheitspolitische Reformen verwendet werden können. „Wir sollten hier mutig vorangehen“, so Wallner.

Auch Landesrätin Rüscher sieht den wesentlichen Ansatzpunkt für strukturelle Maßnahmen bei den Rahmenbedingungen für die rund 6.000 Mitarbeitenden der Vorarlberger Spitäler: „Es ist wichtig, dass die Mitarbeitenden gerne zur Arbeit gehen.“ Zugleich gehe es darum, dass die PatientInnen im Gesundheitssystem klar zum best point of service gelotst werden. Zu diesem Zweck und zur Entlastung der Krankenhäuser sind künftig Erstversorgungsambulanzen (EVA) an allen Spitalstandorten geplant. Als Pilot soll eine solche Einrichtung schon im kommenden Jahr beim LKH Bregenz in Betrieb gehen. Auch über die Gesundheitshotline 1450 soll die Steuerung der PatientInnenströme weiter verbessert werden.

Wichtiger Bestandteil der ab 2024 schrittweise vorgesehenen Maßnahmen ist auch die Überleitungspflege für PatientInnen, die nicht mehr spitalsbedürftig sind, aber noch keinen extramuralen Pflegeplatz haben.

Pratizipativer Strukturdialog geplant   Weitere Schwerpunktsetzungen und Leistungsoptimierungen in den Jahren 2025 bis 2030 werden im Rahmen eines partizipativen Struktur-Dialogs erarbeitet, erläuterte Landesrätin Rüscher. Im Mittelpunkt stehe die weitere Verstärkung der Kooperation zwischen den Spitalsträgern sowie den niedergelassenen und Systempartnern. Der Fokus liegt dabei auf der besseren Versorgung von PatientInnen mit den häufigsten chronischen Erkrankungen, also Diabetes-, Herz-Kreislauf- sowie onkologische und psychiatrische Erkrankungen, zudem soll ein neues extramurales Dialysezentrum errichtet werden. „Unser Ziel ist, dass sich chronische Krankheitsverläufe nicht verschlechtern und die betroffenen Menschen trotz chronischer Erkrankung eine gute Lebensqualität haben“, so Rüscher.


Medieninformation Dienstag, 21.11.2023


Vorarlberger Spitalspaket Teil 1: Mitarbeitende im Fokus
Maßnahmen um bestehende Mitarbeitende zu halten und neue Mitarbeitende zu gewinnen

Bregenz (VLK) – In der Gesundheitspolitik verfolgt die Landesregierung für die Vorarlberger Bevölkerung zwei übergeordnete Ziele, informierte Landesrätin Martina Rüscher im heutigen (Dienstag) Pressegespräch: „Mehr gesunde Lebensjahre und eine stabile, verlässliche Versorgung für alle, die sie brauchen.“ Zwei große Handlungsfelder sind gesetzt: Im Mittelpunkt steht das Gesundheitspersonal in den Spitälern – unsere Mitarbeitenden sind der zentrale Schlüssel im Versorgungssystem und die Basis für alle Entwicklungen. „Unser Ziel ist es nicht nur, neue Mitarbeitende zu gewinnen, sondern auch sicherzustellen, dass unsere bestehenden Mitarbeitenden beste Arbeitsbedingungen vorfinden und sich in ihrer Rolle/Aufgabe geschätzt und unterstützt fühlen“, betonte die Landesrätin.

 

Im gemeinsamen Pressegespräch mit KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch und KHBG-Personalchef Andreas Stieger stellte die Landesrätin ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Personalsituation im Gesundheitsbereich vor. Die Bereiche strukturelle Maßnahmen und PatienInnenlenkung werden in der kommenden Woche vorgestellt werden. 

„Eine umfassende Mitarbeiterbefragung hat einen Katalog von rund 3.000 Ideen und Vorschläge für Verbesserungen eingebracht – ein starkes Signal dafür, dass den Mitarbeitenden die Zukunft des gemeinsamen Arbeitsplatzes Krankenhaus am Herzen liegt“, zeigte sich der Geschäftsführer der Vorarlberger Landeskrankenhäuser, Gerald Fleisch, erfreut und führt weiter aus: „Zum einen konzentrieren wir uns weiterhin auf jene Maßnahmen, die sich in der Praxis bewährt haben. Zum anderen bereiten wir verschiedene neue Aktionen vor, die allesamt auf Entlastung, Wertschätzung und Attraktivierung der Arbeitsplätze abzielen.“     Der Fachkräftemangel ist überall spürbar, auch im Gesundheitsbereich. An der Verbesserung der Personalsituation im Gesundheitsbereich wird auf mehreren Ebenen laufend gearbeitet. Personalchef Andreas Stieger erläutert: „Intensiv haben wir uns mit verschiedenen Möglichkeiten beschäftigt, um gewisse Berufsgruppen weiter zu entlasten.“ So werden Care-Support und Springerpool ausgebaut, um Dienstpläne zu stabilisieren. Die administrative Unterstützung der Gesundheitsberufe durch Dokumentationsassistenz wird intensiviert. Parallel dazu werden zur möglichst reibungslosen Integration von Assistenzberufen wie z. B. Ordinations- und Röntgenassistenz eigens ein Organisationsentwicklungsprozess initiiert und die Personalentwicklungsmaßnahmen verstärkt.

Spitalspaket I: Mitarbeitende im Focus

Das Spitalspaket I – Mitarbeitende im Fokus – ist ein wichtiger Schritt in die stabile Zukunft unserer Spitalsversorgung und beinhaltet bereits umgesetzte Maßnahmen, Maßnahmen die bereits initiiert sind und Maßnahmen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Die Maßnahmen gelten insbesondere für die Vorarlberger Landeskrankenhäuser. Im Folgenden werden einige der wichtigsten aufgelistet: 

Mitarbeitende für Gesundheitsberufe gewinnen

•    Der Vorarlberger Weg in die Pflege mit + ohne Matura: Vorarlberg öffnet Interessierten alle Türen in die Pflege, unabhängig ob mit oder ohne Matura werden im Rahmen einer durchlässigen Ausbildung die Auszubildenden bis an ihr Ausbildungsziel geführt. Für alle Anfragen steht eine Anlaufstelle zur Verfügung, das Welcome Center Pflege & Soziales, Interessierte und Auszubildende werden persönlich begleitet.•    MTD-Berufe & Hebammen: Kooperation mit FH Tirol (2023: 24 gebuchte Plätze)Das Land Vorarlberg ging mit der Fachhochschule Gesundheit in Innsbruck (fhg) eine Ausbildungskooperation für nichtärztliche Gesundheitsberufe ein. Zweck dieser Kooperation ist die Sicherstellung der Ausbildung von Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern in nichtärztlichen Gesundheitsberufen.•    Nur mehr bezahlte Praktika für alle Gesundheitsberufe•    Freigabe Detailplanung MedUni: Vorarlberg setzt einen nächsten Schritt in Sachen private Medizin-Universität. Nach einer positiven Bewertung der übergeordneten Abklärungen gibt Vorarlberg jetzt die Detailplanung frei. Am Ende einer detaillierten Machbarkeitsprüfung wird die Entscheidung fallen, ob eine private Medizin-Universität eingerichtet wird.•    Qualitätsoffensive ärztliche Ausbildung: Wir bieten in den Vorarlberger Krankenhäusern fast alles an Ausbildung an, was ein großes Universitätsklinikum anbieten kann, mit dem großen Vorteil, dass bei uns in kleinen Teams gelernt werden kann. 

Mitarbeitende in Gesundheitsberufen halten

Dazu zählen inbesondere attraktive Arbeitsplätze •    Ausbau von BetriebswohnungenAls nächster Schritt werden 70 neue Wohnung am Standort des LKH Feldkirch entstehen•    Ausbau von Kindergarten-Plätzen, 3 zusätzliche Kinderbetreuungsgruppen in Bregenz •    Stärkung der betrieblichen Gesundheitsförderungsprogramme Ausbau des LKH.fit-Programm sowie die Einführung der Vbewegt App JobRad: Umsetzung mit Jänner 2024 in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern  •    Verstärkung des Prozesses „Führung 2.0“ in der Pflege Entwicklung eines standortübergreifenden Pflege- und FührungsverständnissesFührungsstammtische (Förderung des standortübergreifenden Austausches)Gezielte AusbildungsprogrammeMentoring junger Führungskräfte durch erfahrene Führungskräfte•    Monitoring der Gehaltssysteme

Zur Entlastung der Mitarbeitenden werden innovative MitarbeiterInnen-zentrierte Arbeitszeitmodelle eingeführt. Größere Teams und der Aufbau eines Springerpools soll für mehr Dienstplanstabilität sorgen, neue Assistenzberufe werden eingerichtet. Außerdem sollen die Projekte der „Leistungserfassung Pflege“ (LEP) intensiviert werden, um beispielsweise den Pflegeaufwand zu objetivieren.

Die laufende Einbindung von Mitarbietenden durch regelmäßige Befragungen über das Tool Business Beat, die Stärkung der Teamentwicklungsprozesse und der Supervisionsangebote für belastete Teams sind weitere wesentliche Punkte.

Fazit

Die Ziele und auch der Weg für die kommenden Jahre sind klar. Die kommenden Herausforderungen sind machbar, durch gemeinsame Anstrengungen und gute Abstimmung zwischen allen Krankenhäusern sowie partizipativen Dialogen mit unseren Mitarbeitenden und allen Systempartnern können wir sie erreichen, führt die Landesrätin an: „Wir sind der festen Überzeugung, es braucht eine Vielzahl von Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen, um die aktuellen und kommenden Herausforderungen bewältigen zu können. Die Ressource im Gesundheitsbereich ist und wird aber immer begrenzt bleiben, wir müssen daher mit diesen Ressourcen wertschätzend umgehen.“

KHBG-Geschäftsbericht 2022: https://geschaeftsbericht2022.landeskrankenhaus.at/


Medieninformation Donnerstag, 09.06.2022


Mein Job fürs Leben – Gezielte Maßnahmen für die Pflege

Pflegekampagne, Ausbildungsförderung, Welcome Center – Landesrätinnen Wiesflecker und Rüscher präsentierten Maßnahmen, um Pflegekräfte für Vorarlberg zu gewinnen

Bregenz (VLK) – Unter dem Titel „Mein Job fürs Leben“ starten die Vorarlberger Landeskrankenhäuser und der Vorarlberger Sozialfonds eine gemeinsame Kommunikationsoffensive für Berufe in Pflege & Betreuung. Außerdem wird für Ausbildungen in diesem Bereich künftig eine großzügige Ausbildungsförderung geboten. Und damit alle, die sich für dieses Berufsfeld interessieren, bestmöglich informiert und beraten werden können, wurden die bewährten Beratungsangebote der connexia Implacementstiftung zu einem Welcome Center für Pflege & Soziales als neutrale Anlaufstelle für die berufliche (Neu-)Orientierung weiterentwickelt. „Wir wollen die vielfältigen Berufsbilder, Ausbildungswege und Karrierechancen aufzeigen und die nötigen Anreize schaffen, um aufgrund des steigenden Bedarfs dringend benötigte Pflegekräfte für Vorarlberg zu gewinnen“, so Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher und Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker bei der Vorstellung dieser Maßnahmen am Donnerstag, 9. Juni, im Landhaus.

In der Kampagne geht es vorranging darum, die vielfältigen Pflege- und Betreuungsberufe vorzustellen und deren Vorzüge hervorzuheben, erläutert KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch: „Die enorm sinnstiftende Arbeit, die hohe Zukunftssicherheit, große Jobvielfalt und Karrieremöglichkeiten, die flexiblen Jobmodelle und auch die gute Bezahlung sollen ins rechte Licht gerückt werden – ohne dabei die täglichen Herausforderungen und Anstrengungen schön färben zu wollen.“ Die Kampagne „Mein Job fürs Leben“ bildet alle Berufsmöglichkeiten im Akutbereich, in der stationären Langzeitpflege sowie der mobilen Pflege ab und richtet sich nach innen und nach außen. So stellen sich zum einen aktive Pflegefachkräfte mit ihren unterschiedlichen Motivationen für den oft fordernden Pflegeberuf vor, zum anderen werden Um- und EinsteigerInnen angesprochen, um sie für einen der zahlreichen Ausbildungswege in der Pflege und Betreuung zu begeistern. Im gesamten deutschsprachigen Raum wird mit der Kampagne nach zusätzlichen Pflegefachkräften für Vorarlberg gesucht.

Lukrativer Anreiz für Pflegeausbildungen

Landesrätin Wiesflecker zeigte sich erfreut, dass es ihr in langjähriger Bemühung und Corona-bedingt verzögert gelungen ist, in das Pflegepaket des Bundes einen Ausbildungsfonds zu verhandeln. „Es ist klar, dass wir die Pflegeausbildungen attraktiver gestalten müssen“, betonte sie. Erfreuliches Ergebnis: Der Bund wird über vier Jahre – von 2022 bis 2025 – in Summe 225 Millionen Euro zur Förderung von Pflegeausbildungen bereitstellen, weitere 75 Millionen Euro steuern die Länder bei. Darauf aufbauend wurde eine Vorarlberger Pflege-Ausbildungsförderung entwickelt, die ab Herbst 2022 angeboten werden kann. 

„Die Landessanitätsdirektion, über die die Pflegeausbildungen in Vorarlberg gesteuert werden, hat sich bemüht, ein gerechtes und leicht verständliches Modell zu erarbeiten“, sagte Landesrätin Rüscher. Konkret: Wer eine Pflegeausbildung absolviert, erhält ab September 2022 eine Ausbildungsförderung von 600 Euro monatlich. Insgesamt werden damit für eine einjährige Pflegeassistenzausbildung 7.200 Euro, für eine zweijährige Pflegefachassistenzausbildung 14.400 Euro und für eine dreijährige Diplom- oder Bachelorausbildung 21.600 Euro über den jeweiligen Ausbildungsträger ausbezahlt. Personen, die die Förderbedingungen der connexia Implacementstiftung Betreuung und Pflege erfüllen, erhalten zusätzlich zur derzeitigen Unterstützung 200 Euro im Monat, die laufende Unterstützung erhöht sich also auch für diese Zielgruppe um 2.400 Euro jährlich.

Welcome Center als Anlaufstelle für alle Interessierten

Um Menschen, die sich beruflich (um-)orientieren möchten und dabei mit Fragen und Unsicherheiten konfrontiert sind, gut zu begleiten, damit sie den neu angedachten Pfad nicht vorschnell wieder verlassen, wurde eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet, die in dieser sensiblen Phase niederschwellig und neutral unterstützend zur Verfügung steht. Das Welcome Center für Pflege & Soziales heißt alle Interessierten willkommen – EinsteigerInnen, UmsteigerInnen und AufsteigerInnen, erläuterte Landesrätin Wiesflecker. Die Angliederung an die connexia Implacementstiftung sei naheliegend, da dadurch keine neue Struktur geschaffen werden musste, sondern die bewährten Beratungsangebote der connexia erweitert und für Synergien genutzt werden können. Somit fungiert das Welcome Center für Pflege & Soziales als Beratungs- und Schnittstelle zu allen bestehenden Angeboten, Ausbildungs- und Dienstleistungseinrichtungen sowie Systempartnern in Vorarlberg. Die Informations- und Beratungstätigkeit des Welcome Centers erstreckt sich auf praktisch alle Berufsgruppen im Gesundheits- und Sozialbereich – Pflege, Sozialbetreuung, Hebammen, Medizinische Assistenz, Gehobene medizinisch-technische Dienste, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Psychologie und Psychotherapie. Alle Informationen dazu sind unter www.vcare.at  abrufbar.

Auch von Seiten des AMS wird klar betont, dass die Beschäftigungsentwicklung im Betreuungs- und Pflegebereich – aufgrund des zu erwartenden Anstiegs der älteren Bevölkerung – in den nächsten Jahren weiter kräftig wachsen wird. „AbsolventInnen von Ausbildungen in einem Betreuungs- oder Pflegeberuf haben beste Arbeitsmarktchancen in einer Zukunftsbranche", ist sich AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter sicher. "Wir unterstützen arbeitsuchende Menschen mit unseren Förderangeboten während der Ausbildungszeit und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Abdeckung des Arbeitskräftebedarfs für Vorarlberger Unternehmen." informiert Bereuter.

 


Medieninformation Mittwoch, 18.05.2022


Startschuss für Spitalscampus Vorarlberg

Standortübergreifende Vernetzung ermöglicht verstärkte Kooperationen und Schwerpunktsetzungen an den Krankenhäusern


Feldkirch (VLK) – Die Vorarlberger Krankenhäuser tun sich künftig zum Spitalscampus Vorarlberg zusammen. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher und Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann gaben gemeinsam mit Vertretern der Spitalsleitungen heute, Mittwoch, am LKH Feldkirch den Startschuss zu diesem Prozess und sprachen von einem Meilenstein in der Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung. Jedes der sieben Spitäler – Landeskrankenhäuser Feldkirch, Rankweil, Hohenems, Bludenz und Bregenz, Krankenhaus Stiftung Maria Ebene und Stadtspital Dornbirn – wird sich künftig neben der Grund- und Notfallversorgung auf bestimmte Fachbereiche fokussieren, zugleich wird die standortübergreifende Zusammenarbeit intensiviert. „Im Mittelpunkt steht ganz klar der Patient/die Patientin, darüber hinaus wollen wir die Krankenhäuser für die Mitarbeitenden als attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze positionieren“, sagte Landesrätin Rüscher.

Gerade während der Pandemie habe sich gezeigt, dass die Herausforderungen im Gesundheitswesen nur gemeinsam in einem starken Netzwerk bewältigt werden können. Deshalb haben das Land Vorarlberg und die Stadt Dornbirn schon im Herbst 2020 eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Spitalsstrukturen effizienter zu gestalten und besser abzustimmen. Für den Spitalscampus Vorarlberg wurde ein Aktionsplan ausgearbeitet, der die Ziele in Sachen Versorgungsqualität, Personal und Infrastruktur sowie Ressourceneinsatz beschreibt. 
 
Alle sieben Krankenhäuser bleiben bestehen, stellte Landesrätin Rüscher klar. Die Mehrstandortstrategie habe sich schon bisher als sehr wertvoll erwiesen, um im Notfall eine schnelle und wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. „Die künftige Schwerpunktsetzung an den einzelnen Häusern ermöglicht es, dass die Patienten und Patientinnen bestmöglich dort behandelt werden, wo die entsprechenden Kompetenzen gebündelt sind. Zugleich soll jeder und jede Mitarbeitende, egal welche Karriere er/sie für sich plant, im Spitalscampus Vorarlberg die beste Möglichkeit dafür bekommen, indem der Wechsel zwischen den Häusern erleichtert wird“, erläuterte Rüscher. In der Ausstattung der Spitäler werde sichergestellt, dass in den einzelnen Spitälern für den jeweiligen Schwerpunkt die modernste technische Ausstattung sowie das nötige Personal zur Verfügung steht und die Dienstpläne halten.

Auch Bürgermeisterin Kaufmann unterstrich die Vorteile einer verstärkten Vernetzung und Kooperation zwischen den Krankenhäusern. Als Beispiel verwies sie auf die Gynäkologie- und Geburtenstationen am LKH Bregenz und KH Dornbirn, die mit Ende des Jahres im Rahmen eines Doppelprimariats geleitet werden. „Diese trägerübergreifende Zusammenarbeit ist österreichweit einzigartig und zukunftsweisend. Wir bündeln Kompetenzen und stellen eine hohe Versorgungsqualität sicher“, so Kaufmann. Zwischen den Landeskrankenhäusern wurden bereits in den vergangenen Jahren viele standortübergreifende Abteilungen geschaffen. 

Spitalscampus als führendes Ausbildungszentrum
Ein funktionierendes Gesundheitssystem braucht qualifizierte MitarbeiterInnen sowohl im ärztlichen als auch pflegerischen Bereich. „Der Spitalscampus Vorarlberg soll die Nummer eins in der Ausbildung von Fachkräften werden“, betonte Landesrätin Rüscher. So werden sich in den kommenden Wochen im neuen Ausbildungszentrum Gesundheit alle drei Gesundheits- und Krankenpflegeschulen Vorarlbergs trägerübergreifend zusammenschließen und eine zentrale Drehscheibe für die Praktika im Akut- und Langzeitbereich für alle Ausbildungsstätten Vorarlbergs einrichten. Weiters ist aufbauend auf dem Pflegepaket des Bundes ein Vorarlberger Pflege-Stipendienmodell ab Herbst 2022 in Vorbereitung. Außerdem bereitet Vorarlberg beim bewährten Kooperationspartner Connexia ein Welcome Center für Pflege und Soziales vor, gedacht für EinsteigerInnen, UmsteigerInnen und AufsteigerInnen. 

Ab dem Frühjahr 2023 bietet die Gesundheits- und Krankenpflegeschule Feldkirch erstmals die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz an. Diese neue Berufsgruppe soll den OP-Pflegebereich entlasten. Und im Frühsommer startet die Pflege-Kampagne, die gemeinsam mit dem Sozialfonds alle Berufsmöglichkeiten im Akutbereich, in der stationären Langzeitpflege sowie der mobilen Pflege abbilden soll. 

Auch in der Ausbildung von TurnusärztInnen soll die Rotation von Krankenhaus zu Krankenhaus ermöglicht werden, um Ausbildungsqualität auf höchstem Niveau durch Lernen von den Besten zu garantieren. 

Und nicht zuletzt haben familienfreundliche und flexible Arbeitsbedingungen einen hohen Stellenwert bei MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen. Schon in der Vergangenheit wurden zahlreiche Schritte gesetzt und die Vorarlberger Landeskrankenhäuser haben erneut die Auszeichnung „familienfreundlicher Betrieb“ erworben. Weitere Verbesserungen sind geplant, etwa mit dem Ausbau des Betriebskindergartens am LKH Bregenz (Marianum).

 

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