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Landwirtschaft - Jagd

TBC-Vorbeugemaßnahmenkatalog

LR Schwärzler: Vorarlberg braucht Sicherheit für Viehbestand und Wildtiere

13 Punkte-TBC-Vorbeugemaßnahmenkatalog

Unter Vorsitz von Landesrat Erich Schwärzler haben Vertreter der Vorarlberger Landwirtschaft, der Jägerschaft sowie der Jagd-, Forst- und Veterinärbehörde einen 13 Punkte-Maßnahmenkatalog im Interesse der Sicherheit für die Viehbestände erarbeitet. Damit soll das Risiko einer Übertragung von Tuberkulose zwischen Rotwild und Weidevieh auf den Vorarlberger Alpen hintangehalten werden.

Die 13 Schwerpunktmaßnahmen im Überblick:

1.

Vollbejagung der Rotwildbestände in TBC-Kern- und -Randgebieten.

Im restlichen Landesgebiet Reduktion der Rotwildbestände zur Erhaltung eines gesunden Wildbestandes, insbesondere in Gebieten mit hoher Rotwildkonzentration.

2.

In TBC-Kern- und -Randgebieten und in TBC-Beobachtungsgebieten der Wildregionen 2.1 und 2.2 Aufhebung der Schonzeiten für alle Klassen des Rotwildes.

Im restlichen Landesgebiet erforderlichenfalls behördliche Ausnahmen zur Erfüllung der Abschussvorgaben wie: Verkürzung der Schonzeiten, Abschussquotenvorschreibung für Kahlwild, Verkürzung der Schusszeiten für Hirsche der Klassen I und II, Optimierung der Grünvorlage des Rotwildes, Erteilung von Abschussaufträgen gemäß § 48 Abs. 3 des Jagdgesetztes, Einsatz von Abschussorganen. 

3.

In TBC-Kern- und -Randgebieten Einsatz von Schalldämpfergewehren als Maßnahme zur Minimierung von Störungen im Zuge der Reduktion des Rotwildbestandes.

Im restlichen Landesgebiet Erteilung von Genehmigungen für den Einsatz von Schalldämpfergewehren an beantragende Jagdschutzorgane. 

4.

Bei  Notwendigkeit „diagnostische Entnahmen“ von Rotwild gemäß § 48 Abs. 2 des Jagdgesetztes zur Erfüllung des TBC-Stichprobenplanes. 

5.

Einhaltung einer landesweit fachgerechten Fütterungshygiene beim Rotwild und Weidehygiene beim Weidevieh:

a.    In TBC-Kern- und -Randgebieten sind alle Fütterungen nach den Vorgaben des Bundesministeriums für Gesundheit („Desinfektions-Erlass“) zu desinfizieren. Fütterungsplätze sollten zur natürlichen Desinfektion durch UV-Strahlung im Sommer mindestens einmal gemäht werden.

b.    Wildfütterungen müssen im Bereich von Viehweiden in Absprache zwischen den Jagdverantwortlichen und der Hirtschaft während der Weidezeit so eingezäunt werden, dass ein Kontakt des Weideviehs mit der Wildfütterungseinrichtung hintangehalten wird.

c.     Rinder-Salzlecksteine und ausgelegtes Futter sollten für das Wild nicht zugänglich sein. Wild-Salzlecken sind so zu situieren, dass der Zugang von Weidevieh möglichst verhindert wird. 

6.

Jährliche Anpassung des TBC-Stichprobenplanes für das landesweite Monitoring aufgrund der Ergebnisse des Vorjahres sowie der Ergebnisse der TBC-Untersuchungen bei Rindern. 

7.

In TBC-Kern- und -Randgebieten ist jedes erlegte Stück Rotwild – ausgenommen Kälber – zu beproben.

Gegebenenfalls erhöhte Stichprobenvorgaben für ausgewählte Gebiete zur Prävalenzschätzung.

Für die Untersuchung sind  entweder der gesamte Atmungstrakt von Kehlkopf bis Lunge inclusive der zugehörigen Lymphknoten oder das Haupt samt den Rachenlymphdrüsen vorzulegen. 

8.

Weiterführung der Arbeitsgruppe mit Vertretern von Landwirtschaft bzw. Grundeigentum, Jägerschaft, Jagd- und Veterinärbehörde sowie Bürgermeister der betroffenen Gemeinden in betroffenen Gebieten zur Information, Besprechung und Festlegung notwendiger Maßnahmen. 

9.

Bei Bedarf Einsetzen von Arbeitsgruppen auch in weiteren Wildregionen bzw. Teilregionen durch die Jagdbehörde zur fachlich-behördlichen Begleitung der Rotwild-Abschussvorgaben und erforderlicher Maßnahmenkombinationen aus Alpwirtschaft, Forst und Jagd. 

10.

Gezielte fachlich aufbereitete Informationen der zuständigen Organisationen an die Alpbesitzer, das Alppersonal, die Jagdnutzungsberechtigten und die Jagdschutzorgane zur Wahrnehmung von TBC- Verdachtsfällen sowie über Verhaltens- bzw. Bewirtschaftungsempfehlungen zur Vermeidung der TBC- Übertragung bzw. Verbreitung. 

11.

Bei Bedarf gezielte Öffentlichkeitsarbeit der zuständigen Organisationen betreffend TBC (z.B. an Gemeinden). 

12.

Abstimmung der Besatzdichte und Weidedauer auf Alpen an die vorhandene Futterfläche.

In Gebieten mit hoher Prävalenzrate sollte die Weideführung entsprechend angepasst werden. 

13.

In TBC-Kern- und -Randgebieten sollten zur Unterstützung der jagdlichen Vorgaben bei Bedarf touristische Lenkungsmaßnahmen gesetzt werden.

 

Fachleute sind sich einig, dass aufgrund der aktuellen TBC-Situation von keiner Gefährdung für den Menschen auszugehen ist, weder im Zuge von Wanderungen, noch bei der Besichtigung von Ställen. Tourismus und Gastronomie können auch weiterhin auf hochwertige heimische Regionalprodukte vertrauen.

Die notwendigen Maßnahmen sind nur im gemeinsamen Miteinander der berührten Interessengruppen und Behörden erfolgreich umzusetzen, damit Vorarlberg auch in Zukunft den Status TBC-frei halten kann. „Aus diesem Grund ersuche ich die betroffenen Alp- und Jagdausschüsse, Eigenjagdbesitzer, Jagdausübenden und Jagdschutzorgane sowie Alpverantwortlichen und Alpbewirtschafter um die Fortsetzung ihrer verantwortungsvollen Arbeit. Die Gemeindeverantwortlichen bitte ich, insbesondere durch geeignete touristische Lenkungsmaßnahmen, die TBC-Vorsorgemaßnahmen aktiv zu unterstützen. Eine konsequente Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen ist ein wichtiger Beitrag für mehr Sicherheit für unsere Viehbestände“, betont Landesrat Erich Schwärzler.

Weitere Informationen:

Information des Bundesministeriums für Gesundheit über Tuberkulose bei Nutztier und Rotwild

Information der AGES über Tuberkulose

Handbuch des schweizerischen Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zu Tuberkulose beim Wild

Broschüre des schweizerischen Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zu Tuberkulose beim Wild

Tuberkulose bei Wildtieren (Fachartikel aus der Zeitschrift „Jagd & Fischerei")

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